ILO schlägt Alarm: Über 73 Millionen Jugendliche weltweit ohne Job

ILO schlägt Alarm: Über 73 Millionen Jugendliche weltweit ohne Job

Die Jugendarbeitslosigkeit hat 2012 weltweit ein Niveau von 12,6 Prozent erreicht – in den Industrieländern sogar 18 Prozent. Damit sind der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zufolge 73,4 Millionen junge Menschen arbeitslos, 3,5 Millionen mehr als vor der Krise im Jahr 2007.

Die ökonomischen und sozialen Kosten der Arbeitslosigkeit, die Langzeitarbeitslosigkeit und die Zahl der qualitativ schlechten Arbeitsplätze für junge Menschen im Alter von die 15 bis 24 Jahren habe stetig zugenommen. Dies gefährde das wirtschaftliche Wachstum weltweit, warnte die Organisation in ihrem am Mittwoch publizierten Bericht "Eine Generation in Gefahr".

Gemäß der ILO hat die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen seit 2011 um weitere 0,8 Millionen zugenommen. Die Jugendlichen sind drei mal stärker von Arbeitslosigkeit betroffen als Erwachsene.

"Diese Zahlen unterstreichen die Notwendigkeit, die Prioritäten auf Wachstum ausgerichtete Politik zu verschieben, bedeutende Fortschritte in der allgemeinen und beruflichen Weiterbildung zu erzielen sowie Maßnahmen umzusetzen, die speziell auf die Beschäftigung von Jugendlichen ausgerichtet sind", sagte Jose Manuel Salazar-Xirinachs, stellvertretender Generaldirektor der ILO.

Krise schlägt voll durch

Zwischen 2008 und 2012 stieg die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen in den Industrieländern um mehr als zwei Millionen, eine Zunahme um fast 25 Prozent. Im vergangenen Jahr erreichte die Jugendarbeitslosigkeit eine Quote von 18 Prozent. Prekär ist die Situation in Griechenland und Spanien: in diesen krisengeschüttelten Ländern ist mehr als die Hälfte der jungen Bevölkerung arbeitslos.

Nimmt man jene Jugendlichen hinzu, welche die Suche nach einer Arbeit entmutigt aufgegeben haben (3,1 Prozent), beträgt die Arbeitslosenquote in den Industrienationen gar 21,2 Prozent, hält die ILO fest. Nach aktuellen Prognosen wird die Quote in den entwickelten Volkswirtschaften und der Europäischen Union nicht vor 2016 unter die Marke von 17 Prozent fallen.

Auch der Anteil an Langzeitarbeitslosen (mindestens sechs Monate ohne Arbeit) unter den 15- bis 24-Jährigen ist gestiegen. In der OECD trifft dies auf rund einen Drittel der arbeitslosen Jugendlichen zu. 2008 waren rund ein Viertel über ein halbes Jahr ohne Arbeit.

Ein weiteres Phänomen in Europa sei die Verschiebung hin zu Temporärstellen und Teilzeitarbeit, schreibt die ILO. In Europa seien davon bereits 40 respektive 25 Prozent der jugendlichen Angestellten betroffen.

Die weltweit höchsten Quoten an Jugendarbeitslosigkeit wiesen 2012 Entwicklungsländer auf. Im Nahen Osten und Nordafrika erreichte sie 28,3 Prozent respektive 23,6 Prozent. Am wenigsten von Arbeitslosigkeit betroffen sind Jugendliche in Ostasien (9,5 Prozent) und Südasien (9,3 Prozent).

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