IHS-Studie: Was das Ende des Euro kosten würde...

IHS-Studie: Was das Ende des Euro kosten würde...

Das Institut für Höhere Studien (IHS) hat Krisenszenarien für den Zerfall der Eurozone durchgerechnet und kommt dabei zum Schluss, dass es für Österreich am günstigsten wäre, wenn die Problemländer reformieren würden, keine Schulden abgeschrieben werden müssten und die Einheit des Währungsraums erhalten bliebe.

Dies geht aus einer am Sonntag veröffentlichten Studie des Instituts hervor, das von der Wirtschaftskammer (WKO) in Auftrag gegeben wurde.

Ein alleiniger Austritt Griechenlands hätte für die österreichische Volkswirtschaft "relativ geringe" Folgen (13.100 mehr Arbeitslose im ersten Jahr). Deutlich schwerwiegender wäre die Situation bei Herausbildung eines Nord-Euro (Austritt Griechenlands, Spaniens, Italiens, Portugal, Irlands und Zyperns). In diesem Fall würde das BIP Österreichs 2016 um 7,5 Prozent niedriger sein. Die Zahl der Arbeitslosen würde um 80.000 steigen, so das IHS.

Im schlimmsten Fall (Zerfall des Euro) würde das Minus im Vergleich zum Alles-wird-gut-Szenario 10,75 Prozent betragen. Die Zahl der Arbeitslosen würde um 157.000 Personen höher sein, die Arbeitslosenquote würde sich beinahe verdoppeln. In beiden Fällen würde das staatliche Defizit u.a. wegen nötiger Bankenrettungen stärker steigen, die Exportwirtschaft unter einer härteren Währung leiden.

"Die Simulationen zeigen klar, dass unter den oben genannten Szenarien das Basisszenario (Fortbestand des Euro und radikale Reformen) am positivsten ist", resümiert das Autorenteam unter Führung von IHS-Chef Christian Keuschnigg die wichtigste wirtschaftspolitische Schlussfolgerung der Studie.

Verzichtet hat das IHS freilich auf ein Vergleichsszenario für ganz Europa nach dem Muster der griechischen Entwicklungen in den vergangenen vier Jahren (Keine/ungenügende Reformen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit, galoppierende Neuverschuldung trotz Hilfszahlungen und Schuldenschnitt). Man habe die Kosten für ein Weiterwursteln nicht durchgerechnet, weil dann ein Euro-Zerfall dann sowieso nicht vermeidbar sei, erklärte Keuschnigg auf APA-Anfrage.

Niedrige Zinsen und politische Reformen als Basis

Die Simulationen nimmt den Beginn der Krise mit 2013 an und vergleicht die daraus hochgerechnete Situation 2016 mit der mittelfristigen IHS-Prognose. Diese beruht auf der Annahme, dass die europäische Schuldenkrise mit niedrigeren Zinsen und politischen Reformen bewältigt werden kann.

Die errechneten BIP- und Exportrückgänge beziehen sich daher auf ein höheres Ausgangsniveau (Prognose für 2016). Die errechneten Rückschläge beim BIP würden in etwa zu einer Wirtschaftsleistung von 2012 (Nord-Euro) bzw. 2010 (Auseinanderbrechen) führen.

Die Szenarien des IHS führen in den beiden ungünstigen Fällen zu einem ähnlich hohen Anstieg der Arbeitslosen, wie ihn das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) im Sommer errechnet hat. Die unmittelbaren Folgen für das BIP schätzt das IHS jedoch als deutlich weniger drastisch ein: Während das Wifo gleich im ersten Jahr einen Rückgang des österreichischen BIP um elf Prozent sieht, geht das IHS von einem nur halb so starken Einbruch aus.

Zum Vergleich: Das griechische BIP wird heuer erneut um etwa 6,5 Prozent schrumpfen (nach 6,9 Prozent 2011. Einen vergleichbar großen Dämpfer musste Island 2009 nach dem Zerplatzen der dortigen Kreditblase hinnehmen (-6,8 Prozent).

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