Ifo-Institut zerlegt die Euro-Retter

Ifo-Institut zerlegt die Euro-Retter

Es sei mittlerweile klar, "dass die EU-Rettungspolitik die Wettbewerbsfähigkeit der Krisenländer verringert hat", heißt es in einem veröffentlichten "Ifo Standpunkt" zum Wahlausgang in Italien.

"Ohne die stümperhaften Rettungsversuche der Politik hätte die Krise den Euro in eine starke Abwertung getrieben und einen Teil der Volkswirtschaften Südeuropas bereits wieder wettbewerbsfähig gemacht." Zudem hätten Abwertung und niedrigere Preise "auf ganz natürliche Weise Kapital angezogen" – und so die Basis für künftiges Wachstum gelegt.

Das Dilemma der Rettungspolitik in Europa sei, dass Maßnahmen zur Stabilisierung der Finanzmärkte nicht nur die Kurse von Staatsanleihen nach oben trieben, sondern auch den Euro. Das sei zwar gut für die Bilanzen der Gläubiger, aber schlecht für die Wettbewerbsfähigkeit. Inländer und Ausländer wendeten sich in der Folge von den Krisenländern ab und kauften verstärkt im Ausland. Die Euro-Rettungspolitik würde somit eher die Rezession verstärken.

Kolleateralschaden Frankreich

Für die Euro-Aufwertung sind aus Ifo-Sicht vor allem die Europäische Zentralbank (EZB) und der dauerhafte Rettungsschirm ESM verantwortlich. Der vergleichsweise starke Wechselkurs gegenüber dem Dollar und Yen bereite nun Frankreich große Probleme. Dies sei ein Kollateralschaden. Diese Aufwertung könnte die EZB aber leicht verhindern.

Das Wahlergebnis in Italien mit seinen unklaren Mehrheitsverhältnissen hatte zuletzt die Zinsen für die Staatsanleihen des schuldengeplagten Landes wieder nach oben getrieben und zugleich den Euro-Kurs gedrückt.

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