Hochwasser in Deutschland: Dritte Flutwoche beginnt mit heftigen Regenfällen und gebrochenen Elbe-Deichen

Hochwasser in Deutschland: Dritte Flutwoche beginnt mit heftigen Regenfällen und gebrochenen Elbe-Deichen

Die Hochwasser-Katastrophe nimmt in Deutschland kein Ende: Heftige Regenfälle und Sturmböen haben am Sonntagabend in weiten Teilen Bayerns zu überfluteten Straßen, umgestürzten Bäumen und voll gelaufenen Kellern geführt.

Wie die Polizei in Straubing mitteilte, mussten die Beamten in Niederbayern bis zum späten Abend zu rund 45 Einsätzen ausrücken.

Besonders betroffen war dabei die Region Vilshofen. Die Bundesstraße 8 in Richtung Passau musste zeitweise wegen Überflutungen und Erdrutschen gesperrt werden. Auch die dazu parallel verlaufende Zugstrecke von Regensburg nach Passau war betroffen. Dort wurde Geröll auf die Gleise gespült.

Die Staatsstraße 2125 zwischen Windorf und Hofkirchen (Landkreis Passau) war zum Teil überschwemmt, auf Höhe des Vilshofener Stadtteils Hirnschell gab es einen Erdrutsch. Die Straße war längere Zeit nicht befahrbar. Auf der Staatsstraße 2318 bei Stetting stürzten mehrere Bäume um. Die Wassermassen auf den Straßen gingen allerdings rasch zurück, die betroffenen Fahrbahnen wurden gereinigt.

In Schwaben hatten die Einsatzkräfte mit vollgelaufenen Kellern, überlaufenden Gullis und überschwemmten Straßen im Bereich Jettingen-Scheppach und Burgau in der Gemeinde Günzburg zu kämpfen, teilte die Polizei in Kempten mit. Die Autobahn 8 wurde teilweise gesperrt. Insgesamt rückte die Polizei 20 Mal aus. In Oberbayern gab es nach Angaben der Polizei in Ingolstadt wetterbedingt in den Landkreisen Dachau, Freising und Pfaffenhofen einige Einsätze.

Deiche halten Druck nicht mehr stand

Im Kampf gegen drohende Überflutungen haben die Einsatzkräfte im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt einen herben Rückschlag hinnehmen müssen. In der Nähe von Fischbeck sei in der Nacht zum Montag ein Elbe-Deich geborsten, sagte ein Sprecher des Katastrophenschutzstabs des Landkreises Stendal. Die 400 bis 500 Einwohner des Ortes seien aufgefordert worden, sofort ihre Häuser zu verlassen.

Auch in drei anderen Dörfern in der Nähe sei vorsichtshalber die Evakuierung angeordnet worden, sagte der Sprecher. Darunter sei der Ort Schönhausen mit etwa tausend Einwohnern. Der Deich sei zunächst auf einer Länge von zehn Metern eingerissen, durch die Kraft der Wassermassen habe sich der Durchbruch inzwischen auf 50 Meter erweitert, sagte der Sprecher des Katastrophenschutzstabs der Nachrichtenagentur AFP. Das nur 800 Meter entfernte Fischbeck sei inzwischen völlig überflutet.

Das Rekordhochwasser sorgt für massive Behinderungen im Bahnverkehr. Nach einem Dammbruch bei Fischbeck in Sachsen-Anhalt ordneten die Behörden in der Nacht zum Montag die Sperrung der Eisenbahn-Elbebrücke in Hämerten an, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Die Züge der ICE-Linien Berlin-Hannover-Hamm-Düsseldorf/Köln und Berlin-Wolfsburg-Kassel-Fulda-Frankfurt/Main mussten großräumig umgeleitet werden. Zwischen Rathenow und Stendal verkehrte den Angaben zufolge kein zudem Regionalverkehr. Die Einrichtung eines Busnotverkehrs sei aufgrund des Hochwassers derzeit nicht möglich.

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