Hochwasser in Deutschland: Das Schlimmste ist vorbei

Hochwasser in Deutschland: Das Schlimmste ist vorbei

Im bayerischen Passau hat die Donau gestern am späten Abend ihren Hochwasser-Scheitelpunkt bei einem vorläufigen Messwert von 12,89 Metern erreicht. Der Wasserspiegel fällt seither um mehrere Zentimeter pro Stunde.

Beim Jahrhundert-Hochwasser in Passau ist nach Einschätzung des Krisenstabs das Schlimmste überstanden. Die Wasserstände von Inn und Donau seien im Laufe der Nacht deutlich gefallen, sagte ein Sprecher am Dienstag. Bis zum Nachmittag sollte das Wasser auf etwas über 10 Meter zurückgehen. Da auch der Wasserstand des Inn um mehr als zwei Meter sinken werde, könne das Hochwasser, das jetzt noch von Regensburg nach Passau fließe, gut kompensiert werden.

Weiter kritisch sei die Lage jedoch in Regensburg, wo die Donau ihren Scheitelpunkt am Vormittag erreichen solle, hieß es weiter. Dort habe mobiler Hochwasserschutz, der auf die Überschwemmungen des Jahres 2002 ausgelegt gewesen sei, teilweise aufgegeben werden müssen. Zwischen Passau und Regensburg steht demnach zu befürchten, dass Deiche den Wassermassen nicht standhalten könnten.

Regensburg hat in der Nacht zum Dienstag Katastrophenalarm ausgerufen. Der Hochwasser-Scheitel werde am Dienstagmorgen um 8.00 Uhr erwartet, sagte eine Sprecherin der Stadt. Mit einer erwarteten Höhe von 6,80 Meter an der Messstelle "Eiserne Brücke" werde der Wasserstand in der Donaustadt so hoch sein wie seit mehr als 130 Jahren nicht.

Gefahr für die Bewohner bestehe allerdings nicht, sagte die Sprecherin. "Die Strom- und Trinkwasserversorgung funktioniert nach wie vor. Einigen Straßen droht aber Überschwemmung. Wir hoffen, dass unsere mobilen Schutzwälle dem Wasser standhalten." Eine bereits vorbereitete Sammelstelle mit Feldbetten für Bewohner habe bisher kaum genutzt werden müssen.

Es gibt noch steigende Pegel

Während flussabwärts die Pegelstände in Passau wieder sinken, steht den Donaustädten Straubing und Deggendorf der Wasserhöchststand noch bevor. "Wir rechnen im Laufe des Tages mit einem Pegel von bis zu 7,80 Metern", sagte ein Sprecher des Landkreises Straubing-Bogen am Dienstagmorgen. "Das sind noch einmal 30 Zentimeter mehr als beim Jahrhunderthochwasser 2002."

Die Stadt und der Landkreis Straubing sehen sich für die erwartete Scheitelwelle gut gerüstet: "Bislang halten die Deiche; wir hoffen, dass das so bleibt". Im Landkreis Deggendorf werden bereits einzelne kleinere Ortschaften evakuiert. "Hier rufen natürlich besorgte Anwohner an", sagte ein Mitarbeiter des Hochwasser-Telefons. "Es handelt sich aber zunächst um eine Vorsichtsmaßnahme."

Die Elbe bahnt sich neue Wege

Im sächsischen Meißen fließt das Hochwasser der Elbe in die Altstadt. Wie eine Sprecherin des Krisenstabs mitteilte, überspülten die Fluten in der Nacht zum Dienstag eine Schutzwand. Der Wasserstand habe am Dienstagmorgen bei knapp acht Metern gelegen. Die Schutzwand misst nur 7,85 Meter. Der Theaterplatz sei bereits überflutet worden. An der tiefsten Stelle stehe das Wasser einen halben Meter hoch, hieß es - Tendenz steigend. Eine Evakuierung sei noch nicht geplant, sagte ein Sprecher des Landratsamtes am Dienstagmorgen. Die Lage sei beherrschbar.

Vom Sächsisches Landesamt für Umwelt hieß es, die höchste Hochwasseralarmstufe vier gelte unter anderem an der Weißen Elster im Raum Leipzig, wo leichte Anstiege zu erwarten seien. An der Mulde im Raum Bad Düben werde hingegen damit gerechnet, dass in der Nacht der Scheitel erreicht wurde und ein allmählicher Rückgang einsetze. Ähnlich stelle sich die Situation an der Lausitzer Neiße bei Görlitz dar.

Der Wasserstand der Elbe steige in Sachsen jedoch weiter stark an, was vor allem daran liege, dass viel Wasser aus Tschechien nachkomme, hieß es weiter. In Dresden werde bis Mittwoch mit einem Anstieg des Pegels um weitere 1,50 Meter gerechnet. Der Stand würde damit etwa einen Meter unter dem des Hochwassers im Jahr 2002 liegen. In Thüringen galt vor allem an der Saale weiter die höchste Alarmstufe.

Das Hochwasser im Süden und Osten Deutschlands hatte am Montag dramatische Höchststände erreicht. In Passau übertraf der Pegel die Rekordflut des Jahres 1954. Große Teile der Innenstadt wurden überflutet, die Trinkwasserversorgung wurde abgestellt.

Auch in Sachsen und Thüringen war die Situation kritisch. Es gab Evakuierungen, vielerorts blieben Schulen geschlossen, der Straßen-und Bahnverkehr waren gestört. Insgesamt waren in den betroffenen Gebieten tausende Helfer im Einsatz.

Bundeskanzlerin Angela Merkel will sich am Dienstag ein Bild von der Lage in den deutschen Hochwassergebieten machen. Aus Tschechien, Österreich und der Schweiz wurden insgesamt zehn Todesfälle sowie zahlreiche Evakuierungen gemeldet.

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