Hier wird Ihnen Geld nachgeworfen...

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Mindestens ein Dutzend Top-Manager von Unternehmen aus dem amerikanischen S&P 500 Index muss sich wegen einer möglichen Kündigung keine großen Gedanken machen. Ihnen steht jeweils ein so genannter “Golden Handshake” von mehr als 100 Mio. Dollar zu, sollten sie ihren Hut nehmen müssen, hat Bloomberg errechnet. Zu Deutsch: Ihnen kann im Prinzip völlig gleichgültig sein, ob sie einen guten Job machen oder nicht – denn reich werden sie auch bei Kündigung.

Diese Abfindungen machen deutlich, dass es für Top-Manager nach wie vor umfangreiche Abschiedspakete gibt. Trotz der Empörung, die vor mehr als einem Jahrzehnt der Goldene Handschlag für Jack Welch von General Electric Co. ausgelöst hatte. Er hatte als Trostpflaster Leistungen über 417 Mio. Dollar erhalten.

An der Spitze der von Bloomberg zusammengestellten Liste stehen drei Konzernchefs, die fast eine Viertel Milliarde Dollar mitnehmen würden, sollten sie auf die Straße gesetzt werden: John Hammergren, dem CEO von McKesson Corp., stehen 303,4 Mio. Dollar zu. Les Moonves von CBS Corp. würde 251,4 Mio. Dollar erhalten und David Zaslav von Discovery Communications Inc. 224,7 Mio. Dollar.

“Sicherheitsnetze dieser Art mit gigantischen Ausmaßen untergraben den Anreiz für CEOs, langfristige Werte für Aktionäre aufzubauen”, sagt Paul Hodgson, Director bei BHJ Partners, einer Corporate-Governance-Analysefirma. “Es macht so jemandem nichts aus, ob er gefeuert wird oder nicht.”

Seit 2007 sind US-Konzerne durch die Wertpapieraufsicht SEC dazu verpflichtet, Vergütungsvereinbarungen mit Top-Managern zu veröffentlichen. Davor kamen Details solcher Abschiedspakete nur ans Tageslicht, wenn der CEO das Unternehmen verließ. Im Fall von Welch war es eine Scheidungsklage, in deren Verlauf die ihm zugesprochenen Leistungen aufgelistet wurden.

Unterhaltungsbranche fällt auf

Besonders wohlwollend sind die Golden Handshakes in der Unterhaltungsbranche. Die Hälfte der von Bloomberg aufgeführten Top-Manager, denen Abfindungen über mehr als 100 Mio. Dollar zustehen, ist in diesem Bereich tätig. Neben Moonves und Zaslav zählen dazu Philippe Dauman und Tom Dooley von Viacom, der Muttergesellschaft von Paramount Pictures; hinzu kommen Stephen Wynn von Wynn Resorts Ltd. und Robert Iger, der Chef von Walt Disney.

Viacom sticht in der Branche hervor: Der Medienkonzern, zu dem auch CBS, Dreamworks und MTV zählen, gab seinem Ex-Chef Tom Freston nach nur neun Monaten am Steuer 100 Mio. Dollar zum Abschied, wie Berechnungen von GMI Ratings zeigen. GMI hatte auch das ursprüngliche Vergütungspaket für Welch errechnet. Frestons Nachfolger Dauman stehen 187,5 Mio. Dollar zu und COO Dooley immerhin 150,1 Mio. Dollar.

Wynn von Wynn Resorts würde 168,3 Mio. Dollar erhalten und Iger von Disney 104,8 Mio. Dollar. Warum die Leistungen in dieser Branche so hoch sind, erklärt Robert Thompson, Professor für Medien an der Syracuse University. “Die Budgets für Filme und die Bezahlung der Filmstars haben so astronomische Höhen erreicht, dass dadurch auch die Messlatte für die Vergütung der Top-Manager so hoch ist”, sagt er.

In anderen Branchen können sich Konzernchefs jedoch auch ruhig zurücklehnen: David Novak, dem CEO des Schnellrestaurant- Riesen Yum! Brands, stehen 169,8 Mio. Dollar zu und Ralph Lauren, dem Gründer der gleichnamigen Modefirma, 148,6 Mio. Dollar.

Beim Bergbaukonzern Freeport-McMoRan Copper & Gold würden CEO Richard Adkerson und Chairman James Moffett insgesamt 113 Mio. Dollar beziehungsweise 116,4 Mio. Dollar erhalten - sollten sie ohne triftige Gründe entlassen werden, bestätigt Unternehmenssprecher Eric Kinneberg.

Abschiedspakete reduziert – und trotzdem steinreich

In einigen wenigen Fällen hat Druck der Aktionäre dazu geführt, dass übertriebene Abfindungen angepasst werden mussten. So reduzierte Simon Property Group das Volumen des Abschiedspakets von CEO David Simon, sollte er vor 2015 entlassen werden, von zuvor 165 Mio. Dollar auf nun 86 Mio. Dollar. Gegen das ursprüngliche Paket hatten 71 Prozent der Aktionäre gestimmt, für das zweite Paket stimmten dann 55 Prozent, belegen Zahlen von Equilar.

Und dann gibt es auch einige gutbezahlte Top-Manager, die gar nicht auf einem umfangreichen Abschieds-Paket bestehen. So stehen Tim Cook von Apple und Larry Ellison von Oracle keine Abfindungen zu, sollten sie entlassen werden. Sie waren allerdings in den vergangenen beiden Jahren auch die beiden am höchsten bezahlten CEOs im S&P-500-Index.

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