Griechische Inseln zu verpachten

Griechische Inseln zu verpachten

Die für die Privatisierung von Staatsvermögen zuständige Behörde Hellenic Republic Asset Development Fund (HRADF) hat sich für die unbewohnten Inseln entschieden, auf denen in den nächsten Jahren beispielsweise Touristik-Projekte entwickelt werden können. Sie können für bis zu 50 Jahre gepachtet werden.

“Wir haben Standorte mit gutem Gelände ausgesucht, die nahe am Festland sind und über eine gute Infrastruktur verfügen”, sagte Andreas Taprantzis, der Executive Director für Immobilien bei der Behörde, im Interview mit Bloomberg News in Athen. Augenmerk sei auch darauf gelegt worden, dass keine Bedrohung der nationalen Sicherheit des Landes entstehen könne, fügte er hinzu. “Die gegenwärtige Gesetzeslage ermöglicht uns den direkten Verkauf nicht, und wir wollten das auch nicht.”

Die Behörde steht vor der Aufgabe, bis 2020 insgesamt 50 Mrd. Euro aus dem Verkauf von Staatsbesitz einzunehmen, um dadurch die Bedingungen für Griechenlands Rettungspakte im Volumen von 240 Mrd. Euro zu erfüllen. Nach Ansicht von Ministerpräsident Antonis Samaras können durch die kommerzielle Nutzung einiger Inseln die notwendigen Mittel eingesammelt werden, um die Kreditgeber davon zu überzeugen, weiter Geld nach Griechenland zu schicken.

Zwischen 500.000 und 3 Millionen Quadratmeter

Die Inseln auf der Liste sind zwischen 500.000 und 3 Millionen Quadratmeter groß. Sie können während der Laufzeit der Pachtverträge von 30 bis 50 Jahren in hochwertige Touristenorte umgewandelt werden, erklärt Taprantzis.

Am Dienstag wurden bereits die Namen von Unternehmen bekannt gegeben, die für drei Immobilienprojekte ihre Angebote abgeben dürfen. Dabei handelt es sich um ein Projekt auf Rhodos, wo auf einem 1,85 Millionen Quadratmeter großen Areal unter anderem ein Golfplatz errichtet werden soll. Ende Februar dürfte der Zuschlag für das Projekt gegeben werden. Außerdem laufen die Gebote für einen Mehrheitsanteil an Hellenikon, dem Entwickler des Gebietes des früheren Internationalen Flughafens von Athen. Das Gelände ist mit 6,2 Millionen Quadratmetern etwa dreimal so groß wie Monaco, wie aus Angaben des HRADF hervorgeht.

Insgesamt prüfte die Behörde 562 der geschätzt 6000 Inseln, die sich unter griechischer Landeshoheit befinden. Einige davon sind bereits in Privatbesitz, wie Skorpios, die der Reederei-Erbin Athina Onassis gehört. Dem Staat gehört allerdings beispielsweise Fleves, die sich in der Nähe des Urlaubsresorts Vouliagmeni befindet. Hinzu kommen drei kleine Inselchen in der Nähe von Korfu.

Einige bürokratische Hürden

Bevor jedoch die Inseln gepachtet werden können, muss Griechenland erst einmal einige Gesetze ändern, um Dritten die Entwicklung von Projekten auf Staatsbesitz zu erlauben. Zudem müssen wohl einige bürokratische Hürden genommen werden, sagt Taprantzis.

Er geht jedoch davon aus, dass die Verpachtung dem Staat mehr Geld einbringen wird als der Verkauf. Griechenland werde höhere Investitionen anlocken, wenn eine Insel in eine Ferienanlage umgewandelt werde, sagt er.

Bislang hat das Privatisierungsprogramm Griechenlands eher kleine Schritte vorwärts gemacht. Lediglich 1,8 Mrd. Euro wurden damit bislang eingenommen, was scharfe Kritik der europäischen Geldgeber hervorgerufen hat. Die Regierung mache zu langsame Fortschritte, hieß es. Takis Athanasopoulos, der neue Vorsitzende des HRADF, rechnet dennoch damit, dass das Ziel, bis 2015 rund 19 Mrd. Euro einzusammeln, erreicht werden kann - zumindest solange das Geschäftsumfeld “angemessen” sei, sagt er.

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