Griechenland-Rettung zehrt Gewinn der deutschen Bundesbank auf

Griechenland-Rettung zehrt Gewinn der deutschen Bundesbank auf

Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) wird die Bundesbank Finanzminister Wolfgang Schäuble in diesen Tagen nur einen Betrag in der Größenordnung des Vorjahresgewinns von 643 Millionen Euro überweisen.

Damit könnte Schäuble zwar wie zugesagt 600 Millionen Euro an Athen aus den Erträgen weiterreichen, die die EZB und die 17 Zentralbanken der Euro-Zone durch den Aufkauf von griechischen Staatsanleihen ab Mai 2010 gemacht haben. Für den Bundeshaushalt bliebe dann freilich kaum noch etwas übrig. Ob Schäuble sogar noch Steuergeld drauflegen muss, um seine Zusage zu halten, ist unklar.

Die Bundesbank legt ihre Bilanz für 2012 am Dienstag vor. Ein Sprecher wollte sich zu dem Bericht der SZ nicht äußern. Aus dem Umfeld der Notenbank hieß es jedoch, die genannten Zahlen seien realistisch. Demnach wird der im Bundeshaushalt angepeilte Zufluß von der Bundesbank in Höhe von 1,5 Milliarden Euro klar verfehlt. Da Schäuble das Geld aber ohnehin entsprechend der Vereinbarung mit seinen Euro-Ressortkollegen aus dem letzten Jahr an die Griechen durchwinkt, wird der Gewinn der Notenbank dieses Mal die Staatskasse nur marginal füllen. Da die Steuereinnahmen aber sprudeln, könnte Schäuble das wohl verschmerzen.

Die Bundesbank hatte so wie die anderen Zentralbanken der 17 Euro-Länder und die EZB selbst 2010 und 2011 Hellas-Bonds am Markt gekauft. Die EZB hat nach früheren Angaben daraus 555 Millionen Euro an Zinserträgen erhalten. Da der Anteil der EZB selbst an der Gesamtbilanz aller Euro-Notenbanken acht Prozent beträgt, ergäbe sich rechnerisch ein Gewinn aller Zentralbanken in Höhe von etwa sechs Milliarden Euro. Da aber nicht alle Notenbanken entsprechend des EZB-Kapitalschlüssels griechische Staatsanleihen gekauft haben, dürfte die reale Summe nach Reuters-Informationen wohl darunter liegen - zwischen vier und sechs Milliarden Euro. Der Anteil der Bundesbank am EZB-Schlüssel beträgt 27 Prozent. Damit stünden ihr entsprechend bis zu rund 1,5 Milliarden Euro zu.

Die Zinserträge aus den Hellas-Bonds sind freilich nicht die einzige Quelle, die den Bundesbankgewinn sprudeln läßt. Auch die geldpolitischen Operationen mit den Banken in der Währungsunion füllen beispielsweise die Kassen der Frankfurter, ebenso wie die Buchgewinne aus den Gold- und Währungsreserven. Es wäre also genug Geld für Schäuble vorhanden. Allerdings ist die Bundesbank frei in der Entscheidung wie sie ihren Gewinn verwendet, bevor sie die Summe, die unter dem Strich noch übrig bleibt, an den Finanzminister überweist. Bereits für 2011 hatte sie viel Geld in die Risikovorsorge wegen der Euro-Schuldenkrise gesteckt. Der Nettogewinn, über den sich Schäuble vergangenen März dann freuen konnte, fiel mit 643 Millionen Euro so niedrig aus wie seit 2003 nicht mehr.

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