Griechenland will jetzt auch den früheren Königspalast versilbern

Griechenland will jetzt auch den früheren Königspalast versilbern

Um weitere internationale Hilfen zu erhalten, verfolgt die griechische Regierung ein Privatisierungsprogramm. Auf der Liste der zum Verkauf stehenden Objekte, die bisher nur heimische Immobilien enthielt, stehen nun unter anderem auch die Residenz des griechischen Konsuls im zweitteuersten Londoner Stadtbezirk.

Auch sollen Bürogebäude in Brüssel und Belgrad verkauft werden, berichten zwei informierte Personen, die um Anonymität baten, da die Angelegenheit vertraulich sei. Zudem könnte ein früherer Königspalast nahe Athen verkauft oder vermietet werden, sagten sie.

Griechenland hat zugesagt, bis 2020 50 Mrd. Euro durch den Verkauf staatlicher Vermögenswerte zu beschaffen, etwa die Hälfte davon sind Immobilien. Damit sollen die Konditionen für die Hilfsgelder von 240 Mrd. Euro, die das Land in den vergangenen zwei Jahren erhalten hat, erfüllt werden. Der hellenische Privatisierungsfonds erklärte vergangene Woche, er wolle die Verkäufe von Vermögenswerten vorantreiben. Indes entscheiden die internationalen Inspektoren in Athen darüber, ob die nächste Hilfstranche ausgezahlt werden soll.

Riesiges viktorianisches Townhouse in bester Londoner Gegend

Bei der 947 Quadratmeter großen Immobilie in London handelt es sich um ein 115-Jahre-altes, viktorianisches Townhouse nahe des Holland Park in Kensington & Chelsea, laut dem Immobilienmakler Marsh & Parsons Ltd der teuerste Bezirk in Großbritannien nach der City of Westminster. Häuser am Holland Park haben beispielsweise Richard Branson, der Gründer der Virgin Group, und der Fernsehunterhalter Simon Cowell.

Die Verkaufspreise erstklassiger Objekte im Zentrum Londons sind in diesem Jahr um 9,9 Prozent und seit März 2009 um 49,9 Prozent gestiegen, geht aus Daten des Immobilienmaklers Knight Frank hervor. Die Immobilien-Website Rightmove bietet in der Gegend des griechischen Objektes vergleichbare Häuser zu einem Mietpreis von etwa 25.000 Pfund (31.100 Euro) die Woche an. Marsh & Parsons hat vor kurzem in der Gegend ein 7.000 großes Anwesen für 12 Mill. Pfund verkauft.

Palast von Tatoi

In Griechenland wolle der Fonds den Palast von Tatoi verkaufen oder vermieten, berichten die informierten Personen. Die Residenz liegt auf dem Lande, 27 km von der Athener Akropolis entfernt und ist von Wäldern umgeben. Sie wurde von der königlichen Familie genutzt, bis diese 1967 aus dem Land floh und die Monarchie abgeschafft wurde. Zu dem Anwesen gehören 40 Nebengebäude, Stallungen und ein Friedhof, auf dem Mitglieder der griechischen Königsfamilie seit dem Jahr 1880 begraben wurden. Ein Verkauf könnte sich wegen des Zustands des Anwesens schwierig gestalten, hieß es weiter. Auch sei ein Verkauf in der griechischen Bevölkerung vermutlich unpopulär.

Zu den Gebäuden, die der Fonds verkaufen will, gehören auch ein acht Stockwerke hohes Bürogebäude mit 2.850 Quadratmetern, ein Bürogebäude in Brüssel, ein 2.376 Quadratmeter umfassendes, barockes Gebäude in der serbischen Hauptstadt Belgrad, ein mit 1.215 Quadratmetern angegebenes denkmalgeschütztes Objekt in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana sowie ein 8.000 Quadratmeter umfassender Landstrich in Nicosia, der Hauptstadt von Zypern, sagen die informierten Personen.

Griechenland hat mit seinem Privatisierungsprogramm bisher etwa 1,8 Mrd. Euro eingenommen - ein Betrag, der auf europäischer Seite Kritik auslöste, die Regierung handele nicht rasch genug, um die Verschuldung abzubauen.

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