Griechenland: Die Schicksalswahl hat begonnen – erste Prognosen ab 18 Uhr

Griechenland: Die Schicksalswahl hat begonnen – erste Prognosen ab 18 Uhr

Die Wahllokale haben bereits landesweit geöffnet. Um die 300 Mandate kämpfen 21 Parteien, wahlberechtigt sind rund 9,7 Millionen Griechen.

Es ist bereits das zweite Mal innerhalb von sechs Wochen, dass die griechische Bevölkerung zur Wahl eines neues Parlaments aufgerufen ist. Nach der ersten Abstimmung am 6. Mai hatten sich die Parteien nicht auf eine Regierungskoalition verständigen können. Die letzten Wahllokale schließen um 20.00 Uhr (MESZ), mit ersten Ergebnissen ist kurz darauf zu rechnen. Die ersten Prognosen wird es ab 18 Uhr geben.

Jüngste Umfragen deuteten zuletzt auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der konservativen Neue Demokratie (ND) und der radikalen Linkspartei Syriza hin. Während sich die Konservativen grundsätzlich zu dem vereinbarten Sparkurs bekennen, ist Syriza entschlossen, die internationalen Bedingungen für Finanzhilfen nach einem Wahlsieg zu kippen. Damit könnte das Land letztlich gezwungen sein, die Euro-Zone zu verlassen.

"Ich habe schweren Herzens für eine Partei gestimmt, die den Sparkurs unterstützt, denn ich will, dass das Land den Euro behält mit der Hilfe seiner europäischen Partner", erklärte der 49-jährige Bäcker Stratos Economou, der zu den ersten Griechen gehörte, die gleich nach Öffnung der Wahllokale seine Stimme abgaben.

Notenbanken stehen für Notmaßnahmen bereit

Die Wahl wird in der ganzen Welt mit Spannung verfolgt. Bei einem Sieg der Reformgegner könnte es zu schweren Verwerfungen an den Finanzmärkten kommen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters halten sich die Zentralbanken bereit, bei Bedarf Geld in den Markt pumpen, um Turbulenzen abzufedern.

Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Samstag noch einmal Änderungen an den Sparauflagen abgelehnt und ein Bekenntnis der Griechen zu den getroffenen Vereinbarungen verlangt. Gleichzeitig warnte Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker die Griechen vor einem Austritt aus der Euro-Zone, was weltweit Schockwellen in den Finanzmärkten auslösen dürfte.

Die Europäische Union, die Europäische Zentralbank und der Internationale Währungsfonds hatten mit der griechischen Regierung ein 130 Milliarden Euro schweres Hilfspaket vereinbart und dies an strikte Reform- und Sparbedingungen geknüpft. Allerdings deuteten deutsche Politiker Möglichkeiten an, den unter einer fünf Jahre dauernden Rezession, Arbeitslosigkeit, steigender Steuerlast und scharfen Einschnitten bei den Sozialausgaben leidenden Griechen entgegen zu kommen.

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