Griechenland: Bevölkerung hält Politik für "sehr korrupt"

Griechenland: Bevölkerung hält Politik für "sehr korrupt"

54 Prozent der Bevölkerung in Griechenland glauben, dass Korruption in den vergangenen beiden Jahren zugenommen hat, vor allem im öffentlichen Dienst und in der Politik, wie eine kürzlich vorgestellte Umfrage der Nichtregierungsorganisation "Transparency International" (TI) ergab. Vor allem die politischen Parteien zählen für einen Großteil der Befragten zu den korruptesten Institutionen des Landes.

Politische Bewegungen erhalten bei der Umfrage die Note 4,6, wobei fünf für "sehr korrupt" steht. Ein erster Schritt hin zu mehr Transparenz in der Politik ist nach Ansicht von Kostas Bakouris, Präsident der griechischen Abteilung von TI, der Öffentlichkeit "Zugang zu bestimmten Informationen hinsichtlich der Herkunft größerer Geldsummen auf der Website des griechischen Parlaments zu gewähren".

In punkto Mikrokorruption ist laut Transparency International jedoch ein Rückgang zu beobachten. So ist beispielsweise die Anzahl der Korruptionsfälle in griechischen Haushalten zurückgegangen: 8,6 Prozent der Befragten gaben zu, Bestechungsgeld bezahlt zu haben. 6,3 Prozent davon entfallen auf den öffentlichen Sektor, die restlichen 2 Prozent auf den privaten Sektor. Schmiergeldzahlungen im Privatbereich scheinen nichtsdestotrotz präsent zu sein. So offenbarte einer von vier Befragten (23 Prozent), zum Beispiel bei Arztbesuchen Schmiergeld ("Fakelaki") mitgebracht zu haben.

Ausmaß der Korruption: 420 Millionen Euro

Das geschätzte Ausmaß der gesamten Korruption belief sich im Jahr 2012 auf 420 Millionen Euro, das ist um 134 Millionen weniger als im Jahr 2011. Der Höhepunkt der Korruption in Griechenland wurde nach Angaben von Transparency International 2009 mit 787 Millionen Euro verzeichnet. Seit 2010 ist sie jedoch im Sinken begriffen. Durchschnittlich wurde 2012 im öffentlichen Sektor mit 1.228 Euro (minus 171 Euro im Vergleich zum Vorjahr) "geschmiert", im privaten Sektor mit 1.442 Euro (plus 36 Euro).

Bei der Bekämpfung von Korruption sieht Bakouris jedenfalls den Staat in der Verantwortung. "Der Staat muss jene, die Korruptionsfälle anklagen, schützen", so der TI-Griechenland-Chef. Die Zeit für die Implementierung eines rechtlichen Rahmens für den Schutz von sogenannten "Whistleblowers" sei reif. Laut Umfrage sprach sich eine große Mehrheit von 84 Prozent dafür aus, gegen Korruption vorzugehen.

Nach Ansicht von Ioannis Tendes, Koordinator gegen Korruption und ehemaliger Staatsanwalt des Obersten Gerichtshofs, ist Korruption in Griechenland überbewertet. "Korruption in Griechenland findet seit Langem statt. Aber es gibt Anzeichen dafür, dass ihr Ausmaß bis zu einem gewissen Grad überbewertet ist. Es ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass die Bürger empört und frustriert sind", sagte Tendes in einem Interview mit der Zeitung "Vima". Gefragt nach dem finanziellen Ausmaß meinte Tendes, dass es sich dabei um Millionen handle. Amtliche Statistiken gebe es aber keine.

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