Griechenland: Alle Hoffnung liegt auf Antonis Samaras

Griechenland: Alle Hoffnung liegt auf Antonis Samaras

An den Märkten wird die Regierungsbildung unter Führung der Konservativen hoffnungsfroh beurteilt. In einer Reuters-Umfrage rechnen nur noch drei von 19 Befragten mit einem Euro-Exit Griechenlands.

Die Regierung unter Samaras wird von den Konservativen (ND), den Sozialisten (PASOK) und der kleinen Partei Demokratische Linke (Dimar) unterstützt. Sie hat insgesamt 179 Abgeordnete im 300-köpfigen Parlament.

Das traditionelle christliche Vereidigungszeremoniell im Präsidialgebäude führte der griechisch-orthodoxe Erzbischof Hieronymos II. durch. Staatspräsident Karolos Papoulias, der Samaras zuvor das Mandat zur Regierungsbildung erteilt hatte, wünschte Samaras viel Erfolg und fügte hinzu: "Die Probleme, die vor Ihnen liegen, sind viele, und sie sind sehr schwierig."

Samaras erklärte im Anschluss an die Vereidigung, seine Regierung werde alles tun, um das Land so schnell wie möglich aus der Krise zu führen.

Zuvor hatte er sich mit der sozialdemokratischen Pasok und der gemäßigten Demokratischen Linken auf eine Koalition geeinigt. Pasok-Chef Evangelos Venizelos kündigte die Zusammenstellung eines Regierungsteams an, das mit den internationalen Geldgebern die Auflagen für die Milliardenhilfen neu verhandeln soll. Dabei müssen sich die Griechen jedoch auf eine harte Auseinandersetzung einstellen.

Venizelos sagte, über die Verteilung der Kabinettsposten solle bis zum Mittwochabend entschieden werden. Neuer Finanzminister wird voraussichtlich der Präsident der privaten National Bank Vassilis Rapanos. Die Griechen hatten in einer weltweit mit Hochspannung verfolgten Wahl Samaras' Neue Demokratie zur stärksten Kraft gemacht. Die radikale Linkspartei Syriza, die die Auflagen komplett kippen wollte, landete auf dem zweiten Platz. Auch die anderen Parteien hatten im Wahlkampf angekündigt, sich im Falle eines Sieges für eine Nachverhandlung der Bedingungen für die Hilfen einsetzen zu wollen.

Griechenland wird von seinen Euro-Partnern und dem IWF mit einem zweiten Hilfspaket von 130 Milliarden Euro vor dem Bankrott bewahrt. Es setzt auf einem ersten Paket im Volumen von 110 Milliarden Euro auf. Im Gegenzug muss das Land Wirtschaft, Verwaltung und Sozialsysteme reformieren und Milliarden einsparen. Wegen des Wahlkampfes waren die Reformen allerdings in den vergangenen Monaten praktisch zum Erliegen gekommen.

Hellas hat eine Chance

Die Euro-Zone hat mit dem Wahlsieg der Sparbefürworter in Griechenland Experten zufolge wertvolle Zeit im Kampf gegen die Schuldenkrise gewonnen. In einer am Mittwoch veröffentlichten Reuters-Umfrage äußerte sich eine breite Mehrheit der befragten Ökonomen zuversichtlich über einen Verbleib des Mittelmeer-Landes in der Währungsgemeinschaft. Lediglich drei von 19 Experten rechnen mit einem Austritt. Vor einer Woche hatte noch mehr als ein Drittel angegeben, die Euro-Zone werde die nächsten zwölf Monate nicht in der derzeitigen Zusammensetzung überstehen.

Während das griechische Wahlergebnis Sorgen über die Zukunft der Euro-Zone linderten, rechnen die Ökonomen für die Krisenländer in Südeuropa aber weiter mit schwachem Wachstum und hoher Arbeitslosigkeit. Griechenland, Portugal und Spanien stehen demnach zusätzliche Jahre der Wirtschaftsflaute bevor.

Bereits in der fünften Umfrage in Folge bewerteten die Ökonomen aber die Wachstumsaussichten für Griechenland düsterer. Für dieses Jahr wird im Schnitt ein Schrumpfen der Wirtschaft um 5,8 Prozent erwartet. Die Arbeitslosenquote - im ersten Quartal bereits auf rekordhohen 22,6 Prozent - dürfte demnach bis zum Jahresende auf über 23 Prozent klettern. Für Spanien sagen die Experten einen Rückgang der Wirtschaftsleistung von 1,5 Prozent für 2012 voraus und rechnen mit einer weiteren Verschärfung der dramatischen Lage am Arbeitsmarkt.

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