Gerhard Schröder hält nicht viel von François Hollande

Gerhard Schröder hält nicht viel von François Hollande

Der frühere deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder hat vor wirtschaftlichen Problemen in Frankreich gewarnt und dabei die Regierung in Paris kritisiert.

Frankreich habe strukturelle Wettbewerbsprobleme, sagte Schröder der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Manche Entscheidung der sozialistisch geführten Regierung in der Steuer-und Arbeitsmarktpolitik hätte er so nicht getroffen. "In Frankreich wird sich nach meiner Überzeugung die Erkenntnis durchsetzen, dass man nicht auf Dauer gegen wirtschaftliche Notwendigkeiten Politik machen kann", sagte der Sozialdemokrat Schröder.

Schröder forderte ein stärkeres deutsches Engagement für die europäische Einigung. "Es reicht nicht, nur die Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank zu koordinieren", sagte er. "Sie müssen die Finanz- und Wirtschaftspolitik koordinieren." Hier müsse "mehr Druck gemacht werden, auch und gerade von Deutschland."

Im Fall Griechenland warb Schröder um Solidarität. "Ich will es nicht Agenda 2020 nennen, aber die Wettbewerbsfähigkeit muss gestärkt und der Staatsbereich reduziert werden", forderte er. "In dem Maß, wie das geschieht, gibt man Griechenland auch zu Recht mehr Zeit." Die deutsche Regierung müsse zu ihrer Hilfe für Griechenland stehen. "Ich bin für mehr Ehrlichkeit", sagte der SPD-Politiker mit Blick auf die Belastungen des Haushalts.

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