G20: Berlin gegen alle

G20: Berlin gegen alle

In der Gruppe der führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) gibt es nach Darstellung der russischen Präsidentschaft derzeit eine tiefe Kluft zwischen den USA und Deutschland.

"Die Haupttrennlinie verläuft derzeit sogar innerhalb der G7, zwischen den USA und Deutschland, über eine Politik für Wachstum oder eine Austeritätspolitik, wie Berlin sie verficht", sagte die Beraterin des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Ksenia Judajewa, dem "Handelsblatt" vom Montag. Judajewa widersprach der These, die G20 leide derzeit vor allem unter einer Spaltung zwischen den G7-Industrieländern und den fünf großen Schwellenländern (BRICS), zu denen Russland zählt. Russland hat derzeit die G20-Präsidentschaft inne.

Judajewa kritisierte den Sanierungsplan der Euro-Länder für Zypern, im Zuge dessen auch vermögende Kunden von Banken - darunter auch viele russische - zur Kasse gebeten werden. "Der Fall Zypern ist ein sehr schlechtes Beispiel für alle unsere Finanzsysteme", sagte sie. Mit dem Vorgehen dort werde das Vertrauen in den Anlegerschutz aufs Spiel gesetzt. Damit stelle sich nun auch die Frage, ob Anleger etwa noch Geld in das Euro-Krisenland Spanien transferieren sollten. Die Putin-Beraterin beklagte ferner, dass die Konten in Zypern noch nicht freigegeben wurden. "Die EU muss sich fragen, ob die Zypern-Rettung zu einem Modellfall für andere Rettungspakete werden soll", sagte sie.

Judajewa unterstrich, es gehe der G20 unter russischer Präsidentschaft um Fortschritte bei der Regulierung der sogenannten Schattenbanken und auch im Derivate-Bereich. Hier sehe Russland mit Sorge, dass in den USA Maßnahmen entwickelt wurden, die auch über deren Grenzen hinaus gelten sollten. "Darüber gibt es Streit", sagte sie. Beim Thema Korruptionsbekämpfung strebe Russland einen weltweiten Datenaustausch an.

Im September treffen sich die Staats- und Regierungschefs der G20 zu einem Gipfel in St. Petersburg.

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