"Für Griechenland wäre das Ende des Euro eine absolute Katastrophe"

 "Für Griechenland wäre das Ende des Euro eine absolute Katastrophe"

Die frühere griechische Bildungsministerin Anna Diamantopoulou hat eindringlich davor gewarnt, ihr Land aus der Eurozone zu drängen.

"Für Griechenland wäre das Ende des Euro eine absolute Katastrophe. Es würde zu Unruhen kommen", sagte Diamantopoulou der Tageszeitung "Der Standard" (Wochenendausgabe). Der "Presse" (Samstagsausgabe) sagte sie, mit einem Austritt Griechenlands stehe die Währungszone als Ganzes auf dem Spiel. "Niemand weiß, wer der Nächste sein wird, wenn sich die Türe erst öffnet und das erste Land geht."

Diamantopoulou räumte gegenüber dem "Standard" ein, dass sie die Austrittsspekulationen noch vor einem Jahr "für absolut unmöglich gehalten" habe. Nun sei "nicht zu leugnen, dass das erwogen wird, im deutschen wie im österreichischen Establishment. (...) "Mir macht das Angst." Bei einem Euro-Rauswurf Griechenlands würden die Umbrüche in ihrem Land "sehr schnell gehen, und auch das Ausbrechen von Gewalt", sagte die sozialistische Politikerin. Dabei dürfe nicht vergessen werden, dass Griechenland geopolitisch "mitten im Feuer" stehe. "Die gesamte Nachbarschaft von Griechenland, insbesondere die Türkei, hat derzeit große Probleme. Das Kurdenproblem rückt in den Vordergrund. Die Geschichte zeigt, wenn die Türkei Probleme hat, breitet sich das über die gesamte Ägäis aus."

Im "Presse"-Interview zeigte sich Diamantopoulou "überzeugt, dass Griechenland in fünf Jahren noch Teil der Eurozone sein wird". Wenn nämlich einmal ein Land austrete, sei "nicht mehr sicher, dass die Währungsunion in der Form in fünf Jahren überhaupt noch existiert". Ebenfalls überzeugt zeigte sie sich, dass Griechenland das von den EU-Partnern erhaltene Geld zurückzahlen werde. "Das ist eine Frage des Stolzes." Griechenland brauche aber "Luft zum Atmen", damit die Wirtschaft anspringe. "Wir müssen zuerst Wohlstand schaffen, dann kommt das Geld zurück."

Bei den Reformen habe Griechenland viel erreicht, etwa im Pensions-, Bildungs- und Gesundheitssystem. Ausständig sei eine große Steuerreform sowie Privatisierungen. "Es ist aber auch schwierig, Investoren zu finden in einem Land, über das jeden zweiten Tag gesagt wird, es stehe vor dem Bankrott oder vor dem Austritt aus der Währungsunion", spielte Diamantopoulou den Ball an die Griechenland-Kritiker in Deutschland und Österreich zurück.

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