Fünf von 17 Dominosteinen sind gefallen – der Stand in der Euro-Krise

Fünf von 17 Dominosteinen sind gefallen – der Stand in der Euro-Krise

Nach dem Hilfspaket für Zypern gelten unter Ökonomen Spanien und Slowenien als nächste Kandidaten für den Euro-Rettungsschirm. In einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters unter 48 Volkswirten rechnen 36 Ökonomen damit, dass Zypern nicht die letzte Rettungsaktion war.

Jeweils 16 Befragte erwarten, dass Spanien beziehungsweise Slowenien Geld aus dem Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) beantragen werden. Auf Italien tippten sechs Ökonomen. Von einigen wurden auch Frankreich und Malta genannt. Das ist der Stand in der Euro-Schuldenkrise:

Griechenland: Das erste große Problemkind der Eurozone war Griechenland. Nach dem ersten Hilfspaket 2010 über 110 Mrd. Euro folgte das zweite 2012 über 130 Mrd. Euro. Hinzu kommt ein Schuldenschnitt von 105 Mrd. Euro, der auch Zyperns Banken, die eng mit dem griechischen Finanzsystem verflochten sind, stark belastet. Die Wirtschaft steckt tief in der Rezession, die Sparbemühungen und Reformen kommen nur langsam voran.

Zypern: Der aufgeblähte und marode Bankensektor hat das kleine Euro-Land an den Abgrund getrieben. Die Euro-Partner und der Internationale Währungsfonds (IWF) haben sich mit der Regierung in Nikosia auf ein Hilfsprogramm von 10 Mrd. Euro geeinigt. Etwa sieben Mrd. Euro soll das Land selbst aufbringen. Jetzt bereitet sich das Land auf einen Bank-Run vor, wenn die Banken nach zwölf Tagen am Donnerstag wieder öffnen.

Irland: Auch in Irland haben die Banken ein zu großes Rad gedreht und den Staat an den Rand der Pleite gebracht. Das Hilfspaket für Dublin ist 85 Mrd. Euro schwer. Zwar macht das Land Fortschritte, aber aus der Gefahrenzone ist es noch nicht.

Spanien: Spanien wurde für seine Krisenbanken fast 40 Mrd. Euro Kredithilfen zugesagt. Das rezessionsgeschüttelte Land versucht mit allen Mitteln, nicht als Gesamtstaat unter den Euro-Rettungsschirm zu kommen. Etliche Experten rechnen jedoch weiter mit einem Antrag.

Portugal: Die Kreditzusagen für das Land liegen bei 78 Mrd. Euro. Zwar geht die Sanierung der Finanzen voran. Wegen Protesten und infolge der Rezession musste der Sanierungsplan gestreckt werden.

Italien: Das Land gerät verstärkt unter den Druck der Finanzmärkte. Die angeschlagene italienische Großbank Monte dei Paschi di Siena (MPS) soll mit Staatshilfen von 3,9 Mrd. Euro gestützt werden. Nach chaotischen Parlamentswahlen ohne klare Mehrheiten bleibt die politische Lage in Italien gelinde ausgedrückt unübersichtlich. Die Finanzmärkte reagieren verunsichert.

Slowenien: Die Sanierung des maroden Bankensektors steht nach Angaben der neuen Regierung ganz oben auf ihrer Prioritätenliste. An den Finanzmärkten wächst jedoch die Skepsis. Slowenien wird von Experten als nächster Kandidat für ein Euro-Hilfsprogramm angesehen.

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