Franziskus I.: Was Sie über den neuen Papst wirklich wissen sollten....

Franziskus I.: Was Sie über den neuen Papst wirklich wissen sollten....

Papst Franziskus I., der neue Stellvertreter Gottes auf Erden, hat eine schwierige Aufgabe vor sich: Er muss einerseits die unterschiedlichen Strömungen in der katholischen Kirche bändigen, andererseits eine klare Richtung vorgeben – das alles vor dem Hintergrund zunehmend aufständischer Gläubiger im ehemaligen „Kernmarkt“ Europa.

Dass mit dem Argentinier Jorge Bergoglio der geographische Fokus der Kirche auf Lateinamerika gelegt wird, ist offensichtlich, aber nur ein Nebenaspekt. Viel bedeutender werden die „strategischen“ Entscheidungen von Fransziskus I. sein, die dieser in den kommenden Monaten und Jahren treffen wird – etwa über eine Öffnung der Kirche gegenüber Themen wie Homosexualität, stärkere Einbindung (oder zumindest mal Anerkennung) von Frauen oder Offenheit in wirtschaftlichen Belangen des Vatikans.

Die Begeisterung für die katholische Kirche scheint angesichts der gestrigen Bilder vom Petersplatz ungebrochen. Doch kann man von hunderttausend Gläubigen in Rom auf die Gesamtorganisation mit 1,2 Milliarden Mitgliedern schließen? Sicher ist: Der neue Papst wird weniger davon beeinflusst sein, dass er vom angeblichen „Ende der Welt“ kommt, wie österreichische Zeitungen heute nicht müde werden zu betonen (als ob Argentinien oder Südamerika generell das Ende der Welt wäre), sondern von seinen grundlegenden Einstellungen.

Hier einige Fakten, die beweisen, dass Franziskus I. durchaus seine Eigenheiten hat:

Gegen Homo-Ehe

Der bisherige Erzbischon von Buenos Aires ist mit der argentinischen Regierung in den vergangenen Jahre einige Mal über Kreuz gekommen, vor allem wegen des Themas Homo-Ehe. Gegen eine Legalisierung dieser hatte sich Jorge Bergoglio mehrmals vehement ausgesprochen. Vor einigen Monaten schrieb er einen Brief zu diesem Thema, in dem es wörtlich heißt: "Wir dürfen nicht naiv sein: Es handelt sich nicht um einen politischen Kampf, sondern um einen destruktiven, gegen Gottes Vorsehung gerichteten Versuch."

Auch in der Abtreibungsfrage ist Bergoglio bisher ein strenger Vertreter konservativer Ansichten gewesen.

Für Fußball

Franziskus I. ist ein richtiger Fußballanhänger, in seiner Heimat wird er gar als „fanatico“ bezeichnet. Der neue Papst war in den letzten Jahren des Öfteren bei Spielen von San Lorenzo del Almagro gesehen worden: Der Klub aus Buenos Aires wirbt heute auf seiner Homepage auch mit dem Konterfei von Franziskus I. Seiner Fußball-Leidenschaft wird er nun weniger oft frönen können. Dabei ist er seit fünf Jahren sogar Ehrenmitglied des Vereins, der zuletzt 2007 Meister wurde.

In Facebook

Der neue Papst gilt zwar als bescheiden und zurückhaltend, er kann aber modernen Kommunikationsinstrumenten doch etwas abgewinnen: So ist Jorge Bergoglio mit einer eigenen Seite auf Facebook vertreten . Vor der Wahl zum Papst hatte diese rund 3000 Anhänger, derzeit sind es schon knapp 8900.

Bergoglio und die Militärdiktatur

Heftig umstritten in Argentinien und nun auch bei Gläubigen in aller Welt ist die Rolle von Bergoglio während der argentinischen Militärdiktatur, die von 1976 bis 1083 das Land im Würgegriff hielt . Dem Staatsterror fielen mindestens 30.000 Menschen zum Opfer, die Rolle der Kirche während dieser Zeit ist generell eine nicht gerade würdevolle. Bergoglio selbst hatte sich später für die Fehler der Kirche während der Diktatur entschuldigt. Allerdings bleibt seine genaue Rolle im Dunklen, wie etwa der Bayrische Rundfunk in einer Dokumentation zeigt. Er soll als Jesuiten-Provinzial recht wenig gegen ein Vorgehen des Militärs gegen Mitbrüder getan haben.

Bergoglio und Deutschland

Ein besonderes Verhältnis hat Franziskus I. zu Deutschland; er spricht auch etwas Deutsch. Jorge Bergoglio verbrachte Mitte der 1980er Jahre einige Monate an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Mai. Seine dort geplante Promotionsarbeit hat er allerdings nicht vollendet.

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