Flug MH370: Neue Suchstrategie

Flug MH370: Neue Suchstrategie

Beamte und Luftfahrtexperten aus Malaysia, Australien und China wollen in Canberra entscheiden, wie die Wracksuche weitergehen soll.

Die Suche nach dem vor fast zwei Monaten spurlos verschwundenen Malaysia-Airlines-Flugzeug am Meeresboden soll ausgeweitet werden. Das sagte am Montag der stellvertretende australische Regierungschef Warren Truss nach einem Treffen mit Vertretern aus Malaysia und China in der australischen Hauptstadt Canberra.

In dem vermuteten Absturzgebiet sei der Meeresboden stellenweise noch nie systematisch kartografiert worden. "Um in der nächsten Phase mit Sonar und anderen Unterwasserfahrzeugen, möglicherweise in besonders tiefem Wasser, effizient und sicher suchen zu können, müssen wir mehr über den Meeresboden wissen", sagte Truss. Womöglich werde ein Privatunternehmer damit beauftragt, die Suche zu koordinieren. Ein U-Boot, das tiefer als das jetzt eingesetzte Bluefin-21 tauchen kann, gehört dem Geomar-Institut in Kiel.

Das unbemannte Bluefin-21-U-Boot der US-Marine stehe noch etwa vier Wochen zur Verfügung, teilte die Koordinationsstelle für die Suche am Montag in Perth an der australischen Westküste mit.

Australien hält an Suche im Indischen Ozean fest

Der Koordinator der internationalen Suche nach dem verschollenen Flugzeug der Malaysia Airlines hält den Indischen Ozean weiterhin für das richtige Suchgebiet. Obwohl dort bisher keine Hinweise auf die Maschine gefunden wurden und eine australische Firma jüngst behauptete, das Wrack im Golf von Bengalen geortet zu haben, soll die Suchaktion wie gehabt fortgesetzt werden.

"Ich bin überzeugt, dass das Gebiet im Südlichen Ozean das richtige Suchgebiet ist", sagte der australische Koordinator Angus Houston am Freitag in Kuala Lumpur. Drei Marineschiffe aus Bangladesch seien im Golf von Bengalen unterwegs. "Bis jetzt haben sie nichts gefunden", sagte Angus.

Der malaysische Verkehrsminister Hishamuddin Hussein schloss sich der Sichtweise an, wonach die Maschine mit 239 Menschen an Bord über dem Indischen Ozean verschwunden sei. Die nun begonnene Unterwassersuche mit der entsprechenden Ausrüstung könne bis zu zwölf Monate dauern, sagte Houston.

Neue Hinweise

Laut einem Bericht vom Mittwoch will eine australische Firma das Wrack der Maschine im Golf von Bengalen geortet haben. Man habe den entsprechenden Bericht zur Kenntnis genommen, sagte der malaysische Verkehrsminister Hishamuddin Hussein am Dienstag. "Auch China und Australien kennen den Report", sagte er.

Zuvor hatten Medien berichtet, dass das in Adelaide ansässige Unternehmen GeoResonance nach eigenen Angaben möglicherweise das Wrack von MH370 im Golf von Bengalen geortet habe, was 5.000 Kilometer vom aktuellen Suchgebiet entfernt ist.

Suche nur mehr unter Wasser

Die Suche nach dem Wrack soll nur noch unter Wasser fortgesetzt werden. Da es immer unwahrscheinlicher werde, Wrackteile an der Wasseroberfläche zu finden, solle im Indischen Ozean fortan nur noch mit Unterwassersonden gearbeitet werden, sagte der australische Premier Tony Abbott am Montag in Canberra.

Die Boeing 777 mit 239 Menschen an Bord war am 8. März auf dem Flug von Kuala Lumpur nach Peking verschwunden. Trotz wochenlanger Suche gibt es bisher keine Hinweise auf das Wrack. Die malaysische Regierung will in dieser Woche einen Zwischenbericht zu der Suche vorlegen.

Am vergangenen Mittwoch wurde die Suche mit Flugzeugen nach möglichem Treibgut von Flug MH370 wegen Schlechtwetters abgeblasen. Die bereits gestarteten drei Maschinen wurden zurückgerufen, teilte das Koordinationszentrum mit. Das U-Boot habe 80 Prozent der vermuteten Absturzstelle rund 1.700 Kilometer nordwestlich von Perth an der australischen Westküste abgesucht und keine Spur des Wracks gefunden. Von der Boeing mit 239 Menschen an Bord fehlt seit dem 8. März jede Spur.

Zyklon behindert Suche

Der Zyklon "Jack" über dem Indischen Ozean hat am Dienstag die Suche nach dem Anfang März verschollenen Flugzeug der Malaysia Airlines massiv behindert. Alle Aufklärungsflüge über dem vermutlichen Absturzgebiet von Flug MH370 seien vorerst eingestellt worden, teilte die Koordinationsstelle für die Suchaktion mit.

Eigentlich hätten am Morgen bis zu zehn Militärmaschinen starten und mit Flügen über das Suchgebiet beginnen sollen. "Die geplanten Such-Aktivitäten aus der Luft mussten wegen des schlechten Wetters, das ein Resultat von Tropenzyklon 'Jack' ist, für heute ausgesetzt werden", erklärte die Koordinierungsstelle. Die Suche durch mehrere Schiffe werde aber vorerst wie geplant fortgesetzt.

Seit dem mysteriösen Verschwinden von Flug MH370 mit 239 Menschen an Bord am 8. März wird nach Überresten der Maschine gesucht. Das Suchgebiet im Indischen Ozean liegt gut 1:700 Kilometer nordwestlich von Perth und ist in etwa so groß wie Niedersachsen. Immer noch ist völlig unklar, warum die Boeing 777 auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking plötzlich von den Radarschirmen verschwand und später tausende Kilometer weiter südlich abstürzte. Zwei Drittel der Passagiere waren Chinesen.

U-Boot-Suche erfolglos

Nach dem zweimaligen Abbruch der Mission zur Suche nach der vermissten Maschine von Malaysia Airlines hatte das eingesetzte Mini-U-Boot am Freitag erstmals einen kompletten Tauchgang absolviert. Der Roboter "Bluefin-21" habe rund 90 Quadratkilometer des Meeresbodens im Indischen Ozean nach dem Flugzeugwrack abgesucht, erklärte die australische Koordinierungsbehörde JACC am Donnerstag.

Das U-Boot hatte seinen ersten Tauchgang am Montagabend wegen der zu großen Wassertiefe abbrechen müssen. Es erreichte dabei nach wenigen Stunden seine maximale Tiefe von 4.500 Metern und tauchte automatisch wieder auf. Auch der zweite Einsatz musste wegen nicht genannter technischer Probleme unterbrochen werden. Bei den Tauchgängen sucht das Gerät mittels Sonar den Meeresboden nach dem Wrack ab, das in der Region westlich von Perth vermutet wird, nachdem dort Signale des Flugschreibers registriert worden waren.

Der australische Premierminister Tony Abbott sagte dem "Wall Street Journal", das unbemannte U-Boot werde seine Suche in dem aktuellen Gebiet binnen einer Woche abschließen. "Wenn wir kein Wrack finden, stoppen wir, organisieren uns neu und prüfen die Lage", sagte Abbott. Sollte die Suche mit dem U-Boot keine Ergebnisse bringen, werde sie nicht eingestellt, sondern in eine weitere Phase gehen. Sollte sich das Wasser im Suchgebiet tiefer als bisher erwartet erweisen, müsste noch komplexere Technik eingesetzt werden.

Auf das Mini-U-Boot stützt sich derzeit die ganze Hoffnung, die seit dem 8. März verschollene Boeing der Malaysia Airlines zu finden. Die Suche per Blackbox-Detektor war am Montag eingestellt worden, da der Flugschreiber von Flug MH370 mangels Batterie keine Signale mehr sandte. Das Flugzeug mit 239 Menschen an Bord war auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking von den Radarschirmen verschwunden und Stunden später aus bisher unbekannten Gründen tausende Kilometer weiter südlich in den Ozean gestürzt.

Erste Tauchmission abgebrochen

Den am Montagabend begonnenen ersten Tauchgang hatte das U-Boot wegen zu großer Wassertiefe abbrechen müssen. Der Roboter erreichte bei seiner ersten Suche nach wenigen Stunden seine maximale Tiefe von 4.500 Metern - und tauchte dann automatisch wieder auf. Zunächst fand das Mini-U-Boot nichts Verwertbares. Für die zweite Mission sei der Roboter neu programmiert worden, teilte die an den Sucharbeiten beteiligte US-Marine mit.

Auf das Mini-U-Boot stützt sich derzeit die ganze Hoffnung, die seit über einem Monat verschollene Maschine der Malaysia Airlines zu finden. Die Suche per Blackbox-Detektor war am Montag eingestellt worden. Das Flugzeug mit 239 Menschen an Bord war auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking von den Radarschirmen verschwunden.

Der unbemannte Unterwasser-Roboter Bluefin-21 habe nach nur sechs Stunden wieder auftauchen müssen, weil das Wasser tiefer war als seine Kapazitäten es erlauben, teilten Behördenvertreter in Australien am Dienstag mit.

Das mit einem Sonargerät ausgerüstete U-Boot war am Montagabend (Ortszeit) vom australischen Schiff "Ocean Shield" aus ins Meer gelassen worden, um in der Tiefe des Ozeans nach der verschollenen Boeing 777 zu suchen. Geplant war ein 16-stündiger Einsatz.

"Nach rund sechs Stunden überschritt Bluefin-21 seine Grenze von 4500 Metern Tiefe, und sein eingebautes Sicherheitsinstrument brachte es wieder an die Oberfläche", erklärte die Koordinierungsbehörde JACC. Wie tief das U-Boot sank, wurde nicht mitgeteilt. Die gesammelten Daten würden nun ausgewertet, hieß es. Am Dienstag tagsüber sei bei gutem Wetter ein neuer Start des Mini-U-Boots geplant.

Ölspur entdeckt

In dem Suchgebiet, das rund 2300 Kilometer nordwestlich von Perth liegt, entdeckte die "Ocean Shield" am Sonntagabend eine Ölspur, wie Houston hinzufügte. Sie müsse aber noch untersucht werden.

Das Unterwasserfahrzeug Bluefin-21 des US-Herstellers Bluefin Robotics kann bis auf 4.500 Meter tief tauchen. Das gelbe Gerät gleicht einem Torpedo, oder einer überdimensionalen Zigarre: Es ist fünf Meter lang und hat einen Durchmesser von etwa 53 Zentimetern. Es wiegt rund 750 Kilogramm und fährt mit einer Geschwindigkeit von etwa acht Kilometern in der Stunde. Es ist mit Seitensichtsonar ausgestattet und kann Metall von Sand und Stein unterscheiden. Eine Kamera kann Unterwasseraufnahmen machen.

Das U-Boot ist batteriegetrieben und kann Einsätze von mehr als 20 Stunden leisten. Es braucht zwei Stunden zum Abtauchen und kann dann 16 Stunden lang ein Gebiet am Meeresboden von achtmal fünf Kilometern absuchen. Es dauert vier Stunden, um die gesammelten Daten herunterzuladen und die Batterien aufzuladen oder auszuwechseln. Geräte wie das Bluefin-21 werden etwa bei archäologischen Studien unter Wasser eingesetzt, zum Aufspüren von Minen, zur Bodenerfassung bei der Planung von Offshore-Projekten und bei Suchaktionen.

Mysteriöser Handyanruf

Zuletzt wurde bekannt, dass der Co-Pilot nach der Änderung des Kurses der Maschine noch versucht haben soll, zu telefonieren.

Nichts, rein gar nichts haben die australischen, chinesischen und malaysischen Suchtrupps bisher von der seit 8. März verschwundenen Boeing 777 der Malaysia Airlines gefunden. Trotz koordinierter Suchmaßnahmen und eines intensiven Einsatzes modernster Technologie blieb das Flugzeug verschollen. Vermeintliche Wrackteile entpuppten sich als normales Treibgut, das vermeintliche Signal der Blackbox von Flug MH370 als Irrtum. Zum Verbleib der Maschine gibt es weiter nur Vermutungen.

Die Hoffnung auf eine schnelle Lösung für das Rätsel um Flug MH370 haben sich zerschlagen. Und falls kein Wunder geschieht, dann wird das Rätsel noch lange ungelöst bleiben. Selbst wenn die Blackbox noch geortet werden sollte - was mittlerweile ziemlich unrealistisch ist - wird es noch lange dauern, bis sie auch geborgen werden kann.

Jahrelange Suchaktionen

Die Suche nach im tiefen Ozean untergegangenen Schiffe und in das Meer gestürzten Flugzeugen war schon in der Vergangenheit vergleichbar mit der sprichwörtlichen Suche nach der Nadel im Heuhaufen. 2009 war etwa ein Linienflug der Air France von Rio de Janeiro nach Paris - Flug AF447 - ins Meer gestürzt. Und obwohl der Absturz des Airbus A330-200 auf Computern minutiös rekonstruiert werden konnte und man relativ schnell wusste, wo die Maschine sein musste, hatte es zwei Jahre gedauert, ehe die Blackbox aus dem Wrack geborgen werden konnte.

Noch viel länger wurde nach dem Wrack der Titanic gesucht. Obwohl man ziemlich genau wusste, wo der im April 1912 bei seiner Jungfernfahrt untergegangene Luxuskreuzer sein musste hatte es 73 Jahre gedauert, ehe das Wrack um Jahr 1985 gefunden wurde und erste Fundstücke geborgen werden konnten.

Neuer Anhaltspunkt

Ein neuer Strohhalm, an den sich die Ermittler nun klammern, ist ein Telefonat, das der Co-Pilot von Flug MH370 nach der Kursänderung der Maschine geführt haben soll. Ein Fernmeldeturm in Panang im Norden Malaysias soll der malaysischen Tageszeitung "New Straits Times", die sich auf Ermittlerkreise beruft, das Signal aufgefangen haben. Die Ermittler verfolgten dieses zum Handy des 27-jährigen Kopiloten Fariq Abdul Hamid zurück.

Das Signal des Mobiltelefons ist abrupt abgerissen, vermutlich weil das Flugzeug wieder aus dem Empfangsbereich des Sendemastens geflogen ist. Falls das Signal wirklich von dem vermissten Flugzeug stammt, dann besteht die Hoffnung, dass die Ermittler daraus zumindest die Richtung, in die es geflogen ist, bestimmen können. Man könnte dann zumindest wissen, ob das
derzeitige Suchgebiet nordwestlich von Perth überhaupt das richtige sein kann.

Falls die Analyse des Canadian Airlines Piloten Chris Goodfellow korrekt ist, nach der die Piloten nach der Kursänderung versucht hatten, den Flughafen von Pulau Langkawi zu erreichen,

dann wäre die Maschine wohl eher weiter nördlich zu suchen - an einer Stelle, an der der Südliche Indische Ozean mehrere tausend Kilometer tief ist und der Wasserdruck gut 500 Mal so hoch ist wie der Luftdruck an der Erdoberfläche.

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