Fitschen: "Alles, was an Regeln kommt, wird zum Schluss auf die Kunden umgelegt"

Fitschen: "Alles, was an Regeln kommt, wird zum Schluss auf die Kunden umgelegt"

Deutsche Bank Co-Chef Jürgen Fitschen hat vor einer massiven Verteuerung von Bankgeschäften durch eine Überregulierung des Finanzsektors gewarnt. Fitschen sagte am Montag bei einer Konferenz der FDP-Fraktion in Berlin, es gebe keine tragfähigen Gründe dafür, das Universalbankensystem durch ein Trennbanken-Modell zu ersetzen.

Wer dennoch diesen Weg verfolge, müsse wissen, dass dadurch Kosten entstünden. "Alles, was an Regeln kommt und Dinge verteuert, wird zum Schluss auf die Kunden umgelegt werden", sagte Fitschen. Würde das nicht gelinge, wäre das ein Anzeichen für einen maroden Bankensektor.

Fitschen warnte, allein die Finanztransaktionssteuer könnte in Europa zu Kosten von 20 bis 30 Milliarden Euro führen: "Gibt es dann noch einen stabilen Bankensektor?" Er jedenfalls würde sein Geld nicht Banken anvertrauen, die nicht nachweisen könnten, dass sie dann noch Geld verdienen könnten. Auch die Pläne der Politik zur gestaffelten Gläubigerbeteiligung bei künftigen Bankabwicklungen trieben die Kosten der Banken an.

Universalbanken waren nicht für die Finanzkrise verantwortlich

Für die Finanzkrise sei keine Universalbank ursächlich gewesen, sagte Fitschen. So sei die 2008 zusammengebrochene US-Bank Lehman Brothers eine reinrassige Investmentbank gewesen. Er verstehe nicht, warum die Politik mit einem Trennbankenmodell ein Problem lösen wolle, das es nicht gebe: "Ich befürchte, dass das Universalbankensystem Opfer des Wahlkampfs geworden ist."

Auch stehe fest, dass die Finanztransaktionssteuer nicht auf der ganzen Welt und nicht einmal überall in Europa eingeführt werden könne. Das werde zu Ausweichreaktionen führen. Die Folgen würden die Kunden tragen: "Finanzdienstleistungen werden sich enorm verteuern", sagte er.

Fitschen warnte zudem davor, Hedge-Fonds zu verteufeln. Diese seien eine Realität am Finanzmarkt. "Ohne Hedgefonds kann man kein Unternehmen mehr an die Börse bringen", sagte Fitschen, der auch Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken ist.

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