Ferien in Krisenzeiten: Jeder zweite Italiener bleibt daheim

Ferien in Krisenzeiten: Jeder zweite Italiener bleibt daheim

Nach Angaben des Meinungsforschungsinstituts IPR Marketing werden 30 Millionen Italiener keine Urlaubsreisen unternehmen, 54 Prozent davon aus Geldmangel. Wer trotzdem nicht auf den Sommerurlaub verzichten will, entscheidet sich für kurze Aufenthalte in Ortschaften, die vom Wohnort nicht zu weit entfernt sind.

Im Urlaub wird auf Sparkurs geschaltet. Die Durchschnittsausgaben der Italiener betragen 670 Euro pro Kopf, wer sich fürs Ausland entscheidet, gibt durchschnittlich 1.062 Euro aus, ergab die Studie.

Lediglich 13 Prozent der Italiener verbringen ihren Urlaub im Ausland, die meisten von ihnen in einer europäischen Hauptstadt. Drei Prozent urlauben an Bord eines Kreuzfahrtschiffes. Neun Prozent entscheiden sich für ein Feriendorf.

Auch die Zahl der Ausländer, die Bella Italia besuchen, sinkt. Zwischen Mai und Oktober rechnet das Forschungszentrum für den Tourismus CISET mit einem 1,6-prozentigen Rückgang bei den Besucherzahlen gegenüber dem Vergleichszeitraum 2012. Während die Zahl der Besucher aus Deutschland, Japan und den USA steigt, bleiben Briten und Franzosen aus.

Belastet wird der italienische Fremdenverkehr auch von der sogenannten "Tourismussteuer". Immer mehr Urlaubsorte und Kunststädte im Stiefelstaat führen Abgaben für Touristen ein, die in Hotels, Pensionen oder Campingplätzen übernachten. Die Steuer sei notwendig, um die hohen Ausgaben für die Erhaltung von Monumenten, Denkmälern, archäologischen Stätten sowie Parks zu finanzieren, behaupten die Gemeinden. Besucher, die in Rom in einem Fünf-Sterne-Hotel übernachten, müssen einen Sonderbeitrag von drei Euro pro Tag an die Gemeinde zahlen. In Campingplätzen zahlt man nur einen Euro.

Angesichts der 20 Millionen Übernachtungsgäste, die jährlich in der Ewigen Stadt gemeldet werden, ist die Steuer ein Segen für die Kassen der italienischen Hauptstadt. Die Touristensteuer belastet auch Österreicher, die in dem Adria-Urlaubsort Jesolo einen Urlaub verbringen. Wer in Jesolo campen will, muss mit einer Steuer von 40 Cent pro Nacht rechnen.

Immer mehr Gemeinden nehmen sich an Rom ein Beispiel. In 513 Urlaubsorten muss man in diesem Sommer die Touristensteuer zahlen, das sind 85 mehr als im vergangenen Jahr. Damit versuchen die Kommunen, die fehlenden Einnahmen durch die Sparmaßnahmen der Zentralregierung in Rom zu kompensieren. Dank der Tourismussteuer werden die Gemeinden 2013 390 Millionen Euro eintreiben, das sind 21,8 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Tourismussteuer löste einen Protest des Konsumentenschutzverbands Codacons aus. Der Verband spricht von einem Todesstoß für den Tourismus in Italien. "Es ist absurd, dass Touristen, die uns besuchen, eine Steuer zahlen müssen", sagte ein Codacons-Sprecher.

Österreich beteiligt sich an Allianz gegen Terrormiliz IS

Politik

Österreich beteiligt sich an Allianz gegen Terrormiliz IS

EU buttert 26 Milliarden in Verkehrs-Infrastruktur

International

EU buttert 26 Milliarden in Verkehrs-Infrastruktur

der polnische Finanzminister Mateusz Szczurek will 700 Milliarden für Investitionen in Europa. Alle 28 EU-Mitgliedsstaaten sollen einzahlen
 

International

Polen will 700-Milliarden-Investitionsfonds für Europa