"Faule Kredite" in Spanien auf neuem Rekordniveau

"Faule Kredite" in Spanien auf neuem Rekordniveau

Während die spanische Regierung das Für und Wider eines Hilfsgesuchs an die EU abwägt, hat der Umfang der "faulen Kredite" in den Bilanzen der spanischen Banken ein neues Rekordniveau erreicht.

Wie die Madrider Zentralbank am Dienstag mitteilte, stieg der Anteil der nicht bedienten Kredite im Juli auf 9,86 Prozent, das waren 0,44 Prozentpunkte mehr als im Vormonat. Im Juli 2011 hatte die Säumnisrate bei 6,93 Prozent gelegen.

Die faulen Kredite erreichten nach Angaben der Notenbank im Juli ein Rekordvolumen von knapp 170 Mrd. Euro, 45 Mrd. mehr als ein Jahr zuvor. Ihr Umfang steigt seit mehr als einem Jahr kontinuierlich an. Die bedrohliche Tendenz wird vor allem auf die hohe Arbeitslosigkeit zurückgeführt, die dazu führt, dass immer mehr Spanier ihre Kredite nicht zurückzahlen können.

Das Land kommt günstiger an Geld

Spanien selbst hat bei der Kreditaufnahme derweil erneut vom günstigeren Umfeld an den Finanzmärkten profitiert. Das hoch verschuldete Land platzierte am Dienstag rund 4,6 Milliarden Euro Anleihen und konnte die Investoren mit niedrigeren Renditen ködern als zuletzt. Die durchschnittliche Rendite von 12-Monats-Papieren sackte auf rund 2,8 Prozent ab von etwa 3,1 Prozent bei einer vorigen Auktion. Die Rendite bei Anleihen mit 18 Monaten Laufzeit fiel auf etwa 3,1 von rund 3,3 Prozent.

Die Ankündigung der Europäischen Zentralbank, unter bestimmten Umständen Staatsanleihen von Euroländern zu kaufen, und das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Rettungsschirm ESM hatten für Auftrieb an den Finanzmärkten gesorgt. Spanien gilt weiter als Kandidat für den Euro-Rettungsschirm.

"Europa muss die Opfer anerkennen, die wir Spanier erbringen"

Die Regierung wägt zurzeit das Für und Wider eines Hilfegesuchs ab. Erst wenn die Bedingungen eines Rettungsprogramms klar seien, werde Madrid eine Entscheidung treffen, sagte Vizeregierungschefin Soraya Sáenz de Santamaría am Dienstag dem TV-Sender Telecinco. Es müsse genau abgewägt werden, was das Beste für die Gesamtheit der Spanier sei. "Europa muss die Opfer anerkennen, die wir Spanier erbringen."

Die Opposition der Sozialisten (PSOE) sprach sich dagegen aus, dass Spanien erneut unter den EU-Rettungsschirm schlüpft. Dies würde dem Ansehen der "Marke Spanien" Schaden zufügen, sagte PSOE-Parteichef Alfredo Pérez Rubalcaba.

EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia hatte Madrid davor gewarnt, sich mit einer Entscheidung zu viel Zeit zu lassen. "Die Ungewissheit bedeutet ein Risiko", betonte der Vizepräsident der EU-Kommission nach Angaben der Zeitung "El País" und fügte hinzu: "Sie kann dazu führen, dass die Spannungen auf den Anleihemärkten wieder zunehmen."

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