Farage: "Das Volk wird die Entschlossenheit finden, die EU zu überwinden"

Farage: "Das Volk wird die Entschlossenheit finden, die EU zu überwinden"

"Das wird zu Gewalt führen, vielleicht zu einer Revolution", sagte Farage gegenüber dem "Kurier" (Freitag-Ausgabe). Farage ist Vorsitzender der United Kingdom Independence Party (UKIP), deren zentrales Anliegen Großbritanniens Ausstieg aus der Europäischen Union ist und die damit bei vielen britischen Konservativen punktet.

"Die EU ist ein desaströses Durcheinander. Das aufzulösen wird schmerzvoll. Aber es wäre noch schmerzvoller, so weiterzumachen." Ein Ausstieg der Briten wäre für die Union "die Todes-Urkunde", glaubt Farage, "weil sich damit zeigen würde, dass die EU und ihr Wachstum nicht alternativlos sind. Das war in den vergangenen Jahrzehnten aber das größte Argument für die EU."

Farage bemängelt in dem Interview das "Demokratie-Defizit" der Union. "Es ist ganz einfach: Wollen wir die Kontrolle über unser Leben haben? Oder soll ein Haufen alter Männer in der EU-Kommission, die wir nicht gewählt haben und die wir nicht abwählen können, die Gesetze machen und jeden Aspekt unseres Lebens regulieren?"

Als entscheidenden Faktor für die EU-kritische Stimmung der Briten sieht Farage "die Freizügigkeit zwischen armen und reichen Ländern, die seit der Ost-Erweiterung 2004 zu einer massiven Einwanderung von Arbeitskräften geführt hat. Nächstes Jahr öffnet sich die Tür für Rumänien und Bulgarien. Das wird eine Belastung für unsere Schulen, Krankenhäuser, für das Sozialsystem."

An die EU-Gegner in Österreich richtet Farage die Botschaft: "Das österreichische Volk hat Nazi-Deutschland überstanden. Ich bin sicher, es wird kein Problem haben, die Entschlossenheit zu finden, die EU zu überwinden und einmal mehr den demokratischen Willen des Volks zum Blühen zu bringen."

Farage in Bedrängnis

Farage wurde in Edinburgh von Demonstranten offenbar so bedrängt, dass er in einen Pub flüchten musste. Der UKIP-Vorsitzende wurde bei einer Pressekonferenz von Demonstranten mit Rufen von "Abschaum, Abschaum, Abschaum" unterbrochen.

Als ihm der Studentenführer Max Crema vorwarf, seine Partei habe eine "wohldokumentierte Geschichte des Rassismus", erwiderte Farage, Crema sei offenbar "weniger intelligent, als es aussieht". Seine Partei sei "nicht-rassistisch und nicht-sektiererisch". Die Polizei eskortierte Farage später aus dem Pub, in das er geflohen war.

Farage befand sich in der schottischen Hauptstadt, um den Wahlkampf seiner nationalistischen Partei im Norden zu starten. Die UKIP hatte bei den Kommunalwahlen Anfang Mai in England fast ein Viertel der Stimmen erhalten und damit einen historischen Durchbruch erzielt. Die Partei könne nun nicht mehr als reine Protestpartei angesehen werden, sondern müsse ernst genommen werden, erklärte Farage daraufhin.

Die rechtspopulistische Partei, die bisher im Parlament in London nicht vertreten ist, tritt für den Austritt des Vereinten Königreichs aus der EU ein und fordert eine Reform des aus ihrer Sicht zu liberalen Einwanderungsrechts.

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