Fannie Mae verklagt Großbanken auf über 800 Millionen Dollar

Fannie Mae verklagt Großbanken auf über 800 Millionen Dollar

Der verstaatlichte Immobilienfinanzierer Fannie Mae hat in den USA Klage gegen neun internationale Großbanken, darunter die Deutsche Bank, eingereicht. Das Institut wirft den Banken unerlaubte Zusammenarbeit zur Manipulation des Interbanken-Zinssatzes Libor vor.

Fannie Mae fordert insgesamt mehr als 800 Millionen Dollar (586,47 Mio. Euro) an Entschädigung. Die Firma erklärte in der 71 Seiten umfassenden Klageschrift, dass ihr durch die gefälschten Libor-Berechnungen Schaden entstanden sei. Von den Interbanken-Zinssätzen hängen weltweit Geschäfte im Volumen von mehr als 300 Billionen Dollar ab.

Die Klage richtet sich - neben der Deutschen Bank - gegen die Schweizer Banken UBS und Credit Suisse sowie gegen Barclays, Rabobank, Royal Bank of Scotland und die US-Institute Bank of America, Citigroup und JPMorgan Chase. Alle neun Banken lehnten eine Stellungnahme dazu ab.

Weltweite Ermittlungen

In dem Skandal um manipulierte Zinsen laufen die Ermittlungen weltweit. Er hat bereits einigen Bankern den Job gekostet, auch Geldstrafen wurden schon gezahlt. Zuletzt erklärte sich die Rabobank im Rahmen eines Vergleichs zur Zahlung von 774 Millionen Euro bereit.

Das Schwesterinstitut Freddie Mac hatte im März eine ähnliche Klage eingereicht. Es fordert von mehr als einem Dutzend Banken Entschädigungen in nicht präzisierter Höhe. Die beiden Platzhirsche Fannie Mae und Freddie Mac gerieten nach dem Platzen der Immobilienblase ins Straucheln und mussten vom Staat aufgefangen werden, was den US-Steuerzahler Milliarden kostete. Die Firmen sollen längerfristig abgewickelt werden.

300 Billionen Dollar

Von den Interbanken-Zinssätzen hängen weltweit Finanzgeschäfte im Volumen von mehr als 300 Billionen Dollar ab. Regulierer rund um den Globus werfen einem Händlerring vor, an den Zinssätzen geschraubt zu haben, um Handelsgewinne einzustreichen. Der Libor wird auf Basis der Angaben einzelner Banker zu den täglichen Refinanzierungskosten der Institute ermittelt. Wegen der hohen Manipulationsanfälligkeit dieses auf individuellen Meldungen beruhenden Systems soll die Festlegung des Zinssatzes reformiert werden.

Die Deutsche Bank hat in Sachen Libor bisher keinen Vergleich mit den Aufsehern geschlossen. Insider erwarten das für das kommende Jahr. Die Frankfurter haben aber für ihre diversen Rechtsstreitigkeiten inzwischen mehr als vier Milliarden Euro zur Seite gelegt. Im jüngsten Quartalsbericht erklärte das Institut, allein wegen Libor seien gegen die Deutsche Bank und zahlreiche andere Banken "eine Reihe zivilrechtlicher Klagen, einschließlich als Sammelklage bezeichneter Verfahren" bei einem New Yorker Gericht eingereicht worden. Auch eine zum Frankfurter Bankhaus Metzler gehörende Kapitalanlagegesellschaft hatte sich im vergangenen Jahr an mehreren Sammelklagen gegen die Deutsche Bank und andere Institute beteiligt, die der Manipulation des Libor beschuldigt werden. Das Verfahren läuft.

Österreich beteiligt sich an Allianz gegen Terrormiliz IS

Politik

Österreich beteiligt sich an Allianz gegen Terrormiliz IS

EU buttert 26 Milliarden in Verkehrs-Infrastruktur

International

EU buttert 26 Milliarden in Verkehrs-Infrastruktur

der polnische Finanzminister Mateusz Szczurek will 700 Milliarden für Investitionen in Europa. Alle 28 EU-Mitgliedsstaaten sollen einzahlen
 

International

Polen will 700-Milliarden-Investitionsfonds für Europa