Fährunglück: Suche nach Lebenden, Kapitän verhaftet, Tote im Wrack entdeckt

Fährunglück: Suche nach Lebenden, Kapitän verhaftet, Tote im Wrack entdeckt

Drei Tage nach dem Untergang der mit 270 Personen besetzten Fähre vor Südkorea geht die Suche nach Überlebenden weiter. Taucher haben erstmals Leichen im Wrack der gekenterten Fähre gefunden. Der Kapitän wurde verhaftet.

Drei Tage nach dem Untergang des südkoreanischen Fährschiffs "Sewol" haben Rettungsmannschaften am Samstag weiter nach Überlebenden gesucht. In der Nacht hätten Taucher erstmals Leichen im gesunkenen Wrack gesehen, berichtete der Rundfunksender KBS.

Allerdings sei es nicht möglich gewesen, die drei Körper in einer Kabine zu erreichen. Hinweise auf Überlebende unter den rund 270 vermissten Insassen gab es bisher nicht. Für die Taucher ist es wegen der starken Strömungen schwierig, ins Innere des Wracks vor der Südwestküste Südkoreas vorzudringen.

Kapitän verhaftet

Der Kapitän wurde wegen Fahrlässigkeit verhaftet. Die Staatsanwaltschaft beschuldige den 68-jährigen Kapitän Lee Jun Seok unter anderem, gegen die Dienstpflichten und das Seerecht verstoßen zu haben, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap. Das Ermittlungsteam hatte am Freitag mitgeteilt, dass die Fähre zum Unglückszeitpunkt nicht vom Kapitän, sondern von einer wenig erfahrenen Offizierin gesteuert worden. Auch wird ihm vorgeworfen, das sinkende Schiff im Stich gelassen zu haben. Das Gericht in der südlichen Stadt Mokpo erließ außerdem Haftbefehl gegen zwei weitere Besatzungsmitglieder. Der Kapitän erklärte bei einem Termin zur Verlesung des Haftbefehls, die Evakuierung des Schiffes aus Sicherheitsgründen verzögert zu haben. Zum Unglückszeitpunkt sei kein Rettungsschiff oder Fischerboot in Sicht gewesen. "Die Strömung war sehr stark und das Wasser war kalt", sagte er. Er habe befürchtet, dass die Passagiere von der Strömung fortgerissen werden könnten. Das Verhalten des Kapitäns und der Crew wurde schon unmittelbar nach dem Untergang stark kritisiert. Überlebende berichteten, der Kapitän habe das Schiff als einer der ersten verlassen. Zudem war den Passagieren zunächst über Lautsprecher mitgeteilt worden, sich nicht zu rühren - da war das Schiff bereits in starke Seitenlage geraten.

Ursache ungeklärt

Wie es zu der Katastrophe kam, ist noch ungeklärt. Das Unglück ereignete sich nach den ersten Untersuchungen an einer Stelle, an der das Schiff einen Kurswechsel vorgenommen hatte. Nach Angaben des Leiters des Ermittlungsteams, Park Jae Uhk, muss noch geklärt werden, ob es "eine normale Richtungsänderung war oder eine Kursänderung infolge von unnormalen Begleitumständen".

Die "Sewol" war am Mittwoch in Seenot geraten und gekentert. An Bord befanden sich nach jüngsten Angaben der Behörden 476 Menschen, darunter mehr als 320 Schüler auf einem Ausflug. Bisher wurden 29 Leichen aus dem Wasser um die Unglücksstelle geborgen. Fast 180 Menschen waren gerettet worden.

In Seoul und anderen Städten des Landes sollte es am Samstag gemeinsame Gebetsveranstaltungen und Nachtwachen für die Vermissten und zum Gedenken an die Toten des Schiffsunglücks geben.

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