Expansion in der Krise: Die Kandidaten für den Euro

Expansion in der Krise: Die Kandidaten für den Euro

Alle Mitglieder der Europäischen Union müssen theoretisch den Euro einführen, mit Ausnahme Großbritanniens und Dänemarks, die eine Ausnahme ausgehandelt haben. Nachfolgend eine Übersicht über die Pläne:

Litauen

Der kleine Staat im Baltikum gilt als nächster Euro-Beitrittskandidat und könnte nach Aussage eines hochrangigen EU-Politikers im Jahr 2015 die Gemeinschaftswährung einführen. Litauen ist als einziger Beitrittskandidat Mitglied des Europäischen Wechselkursmechanismus. Vor dem Beitritt zur Euro-Zone muss ein Land diesem System zwei Jahre angehören.

Polen

Polen ist das größte der osteuropäischen Länder, die 2004 der EU beitraten. Das Land mit seinen gut 38 Millionen Einwohnern verpflichtete sich damals auch zur Einführung des Euro, allerdings ohne Zieldatum. Doch das Projekt, das lange von der Regierung unter Ministerpräsident Donald Tusk vorangetrieben wurde, ist ins Stocken geraten. In der Bevölkerung ist der Euro ohnehin ungeliebt: Bei einem Referendum würden sich zwei Drittel der Polen dagegen aussprechen.

Tschechien

Die Regierung in Prag hat bisher kein Datum für einen Euro-Beitritt genannt und will sich zunächst auch nicht festlegen. Notenbank-Chef Miroslav Singer hielt zuletzt eine Einführung der Gemeinschaftswährung frühestens 2019 für möglich. In der Bevölkerung ist der Euro ungeliebt: Einer Umfrage zufolge wollen 77 Prozent der Tschechen an der Krone festhalten, nur sieben Prozent wollen sich der Euro-Zone anschließen.

Ungarn

Auch in Ungarn liegt die Euro-Einführung auf Eis. Die Regierung von Viktor Orban nennt kein Zieldatum. Im Gegenteil: Er sehe keine Notwendigkeit mehr, die Gemeinschaftswährung einzuführen, sagte Orban Ende des vergangenen Jahres. Die Kriterien für den Beitritt zum Euro erfüllt Ungarn ohnehin nicht. Die Staatsverschuldung ist höher als nach den Maastricht-Regeln erlaubt, die Preise steigen stärker als in der Euro-Zone. Die Bundesbank sieht zudem die Unabhängigkeit der Zentralbank in Gefahr und konstatiert "bedenkliche Übergriffe" der Regierung. Eine unabhängige Notenbank ist aber ein wichtiges Kriterium für den Euro-Beitritt.

Rumänien

Das südosteuropäische Land hatte ursprünglich 2015 als Zieldatum für die Euro-Einführung genannt, in der Finanzkrise dieses Ziel jedoch verschoben. Ministerpräsident Victor Ponta brachte zuletzt 2019 als mögliches Datum ins Spiel. Experten sehen Reformbedarf. Die Teuerungsraten dürften nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds zudem noch länger vergleichsweise hoch bleiben.

Bulgarien

Bulgarien schob im Herbst 2012 seine Pläne für den Beitritt zur Währungsunion auf die lange Bank. Der Finanzminister bezeichnete die Einführung der Gemeinschaftswährung als zu riskant. Dabei erfüllt das Land bereits jetzt viele der Kriterien: Das ärmste EU-Mitglied ist für seine Haushaltsdisziplin bekannt und gehört zu den am geringsten verschuldeten EU-Ländern.

Schweden

Schweden ist bereits seit 1995 Mitglied der Europäischen Union, hat die Gemeinschaftswährung aber nicht eingeführt. Die wirtschaftlichen Kriterien - ein geringes Haushaltsdefizit von maximal drei Prozent der Wirtschaftleistung, eine Gesamtverschuldung von weniger als 60 Prozent sowie stabile Preise - erfüllt das skandinavische Land längst. In einem Referendum 2003 sprachen sich jedoch die Einwohner des Landes mehrheitlich gegen den Beitritt aus. Derzeit sind nur ein Zehntel der Schweden für die Gemeinschaftswährung.

Österreich beteiligt sich an Allianz gegen Terrormiliz IS

Politik

Österreich beteiligt sich an Allianz gegen Terrormiliz IS

EU buttert 26 Milliarden in Verkehrs-Infrastruktur

International

EU buttert 26 Milliarden in Verkehrs-Infrastruktur

der polnische Finanzminister Mateusz Szczurek will 700 Milliarden für Investitionen in Europa. Alle 28 EU-Mitgliedsstaaten sollen einzahlen
 

International

Polen will 700-Milliarden-Investitionsfonds für Europa