Eurozone: Heuer Schrumpfkurs, nächstes Jahr nur schwache Erholung

Eurozone: Heuer Schrumpfkurs, nächstes Jahr nur schwache Erholung

Volkswirtschaft der Eurozone wird sich laut Analyse von Ernst & Young auch nächstes Jahr nur langsam erholen. Erst 2014 ist ordentliches Wachstum von 1,7 Prozent zu erwarten.

Anämie ist – soweit der Hinweis für alle Nicht-Mediziner – der Ausdruck für Blutarmut. Dass das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen Ernst & Young ausgerechnet diesen Begriff auswählte, um den Zustand der Volkswirtschaft der Eurozone im nächsten Jahr zu beschreiben, ist entweder ein Beweis für die „Krankheit“ der Eurozone-Wirtschaft oder für den Mangel an passenden Vokabeln der Wirtschafts-Weissager. Jedenfalls wird die Volkswirtschaft der Eurozone nach Auffassung von Ernst & Young International dieses Jahr schrumpfen und nächstes Jahr nur eine „anämische“ Erholung zeigen. Die Politik tue sich schwer, eine Balance zwischen der Wachstumsförderung und der Notwenigkeit von Haushaltskürzungen zu finden, heißt es in der Prognose.

Eine „Kontraktion“

In dem heute veröffentlichten „Eurozone Forecast“ spricht Ernst & Young von einer Kontraktion der Volkswirtschaft der Eurozone um 0,6 Prozent in diesem Jahr, bevor es 2013 zu einer Stabilisierung mit einem Wachstum von bescheidenen 0,4 Prozent kommen werde. Für 2014 wird ein Wachstum von 1,7 Prozent erwartet; in den beiden nachfolgenden Jahren von zwei Prozent. Im ersten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone um 0,1 Prozent geschrumpft. Die Europäische Kommission prognostiziert für dieses Jahr eine Kontraktion um 0,3 Prozent und für 2013 ein Wachstum von einem Prozent.

„Initiative ergreifen“

Mark Otty, Managing Partner für die Region Europa, Naher Osten und Afrika bei Ernst & Young in London, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg, „jegliche Erholung“ hänge davon ab, ob die „politisch und geldpolitisch Verantwortlichen in den nächsten Wochen die Initiative ergreifen und die drängenden Probleme in Spanien, Italien und Griechenland bewältigen können.“ Die schwierige Balance zwischen Wachstum und Sparkurs müsse gefunden werden, man dürfe keine der beiden Optionen zugunsten der anderen fallen lassen. Sollte es nicht gelingen, Griechenland in der Europäischen Währungsunion zu halten, würde dies nach Einschätzung von Ernst & Young das Vertrauen in die Fähigkeit Europas, andere Länder zu retten, untergraben. Es käme zu einer Kapitalflucht, beispielsweise aus Spanien, Italien und Portugal.

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