Europa: In 18 Ländern liegt die Jugendarbeitslosigkeit über 20 Prozent

Europa: In 18 Ländern liegt die Jugendarbeitslosigkeit über 20 Prozent

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht in der hohen Jugendarbeitslosigkeit "eine der größten Sorgen in Europa". Während die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland acht Prozent betrage, liege sie in 18 europäischen Ländern über 20 Prozent, sagte Merkel am Samstag in ihrem Video-Podcast.

Um das Problem in den Griff zu bekommen, seien schon im vergangenen Jahr EU-Mittel freigegeben worden, zum Beispiel für Zuschüsse zu Gehältern und anderen Beschäftigungsmaßnahmen. Zudem gebe es eine bessere Zusammenarbeit beim länderübergreifenden Arbeitsvermittlungsportal EURES und eine Reihe bilateraler Initiativen zwischen Deutschland, Griechenland, Spanien und Portugal.

Lösungen wirken nur langsam

Ein Modell für andere europäische Staaten könne die in Deutschland übliche duale Ausbildung in Betrieb und Schule sein. Das Ausbildungssystem erfreue sich "eines sehr großen Interesses und einer sehr großen Beliebtheit", sagte die Kanzlerin. "Das Problem ist nur, man kann sie nur schrittweise einführen."

Bei deutsch-spanischen und deutsch-portugiesischen Wirtschaftskonferenzen werde darauf hingewirkt, dass deutsche Unternehmen in diesen Ländern schrittweise die duale Berufsausbildung einführten. Das Problem der Jugendarbeitslosigkeit lasse sich aber "nicht von einem Tag auf den anderen allein durch das duale Berufsausbildungssystem bekämpfen", räumte Merkel ein.

Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten bei ihren Verhandlungen über den Mehrjahreshaushalt auch eine auf sechs Milliarden Euro schwere Initiative zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit vereinbart. Die Mittel sollen in Regionen fließen, in denen die Jugendarbeitslosigkeit über 25 Prozent liegt.

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