"Europa verträgt viel, aber nicht, wenn zwischen Deutschen und Franzosen Feindbilder entstehen"

"Europa verträgt viel, aber nicht, wenn zwischen Deutschen und Franzosen Feindbilder entstehen"

Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn hat vor der Entstehung von "Feindbildern" zwischen Deutschland und Frankreich gewarnt.

"Europa verträgt viel, aber nicht, wenn zwischen Deutschen und Franzosen Feindbilder entstehen. Die beiden Länder sind die Essenz von Europa", erklärte Asselborn gegenüber dem "KURIER".

"Wenn Deutschland und Frankreich ihren eigenen Weg gingen, würde Europa das "nicht überleben", so Allelborn. "Alle Länder der EU müssen auf Deutschland und Frankreich einwirken und sagen: Passt auf", so der Außenminister.

Der französische Präsident Francois Hollande habe Asselborn in einem Vieraugengespräch vor kurzem gesagt, dass es keine Animositäten zwischen ihm (Hollande, Anm.) und der deutschen Kanzlerin Angela Merkel gebe. Es stimme auch nicht, dass Frankreich auf eine neue deutsche Regierung im Herbst 2013 warte und bis dahin alles in der EU blockieren wolle. "Das ist nicht die Realität", konstatierte Asselborn.

Hollande habe gegenüber Asselborn auch betont, dass die EU viele richtige Entscheidungen "im letzten Moment" treffe und noch viel länger bräuchten die Länder, diese Entscheidungen umzusetzen.

Deutschland profitiert von fremden Schulden

"Was man den Deutschen als Luxemburger oder Österreicher auch sagen muss, ist, dass die Stärke der deutschen Wirtschaft zur Zeit auf dem Anwachsen von Schulden in vielen anderen Ländern beruht", sagte Asselborn im "KURIER-Interview" ergänzend. 60 Prozent des deutschen Außenhandels spielten sich in der EU ab. Deutschland habe große Reformen gemacht. Um das zu ermöglichen, sei der Stabilitätspakt gelockert worden. Damals habe es eine große Solidarität gegeben, den Deutschen zu helfen. Heute dürfe man die deutsche Öffentlichkeit nicht ermutigen zu denken, "dass sie es alleine schaffen, es national besser machen könnten ohne EU", warnte der luxemburgische Außenminister.

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