Eurobonds einziger Ausweg aus der Krise

Eurobonds einziger Ausweg aus der Krise

Gemeinsame Anleihen der Euro-Staaten seien "die einzig wirklich sichere Anlageform", um die europäischen Sozial- und Pensionssysteme zu sichern, sagte Andor in einem Interview.

Die Einführung der "Stabilitätsanleihen", wie die EU-Kommission ihre Modelle für die Bonds offiziell nennt, sei unumgänglich. "Was ich immer sage: Entweder die jetzige Krise - oder die nächste - wird uns Eurobonds bringen."

Bei Eurobonds, die die deutsche Kanzlerin Angela Merkel strikt ablehnt, würden sich die Zinsen für Deutschland erhöhen - aus Sicht der Finanzmärkte ist Deutschland ein verhältnismäßig solider Schuldner. Hoch verschuldete Staaten wie Griechenland oder Spanien kämen über die Eurobonds am Kapitalmarkt hingegen deutlich billiger an Geld.

Der Ungar Andor, der in der EU-Kommission für die Bereiche Arbeit und Soziales zuständig ist, verglich die Eurozone mit dem wiedervereinigten Deutschland 1990. "Wenn es eine Währungsunion gibt, in der Länder ihre Wechselkurspolitik aufgeben, dann wird dies zu erheblichen fiskalischen Transfers führen." Im Zuge der Wiedervereinigung habe es Großinvestitionen in Ostdeutschland gegeben, dadurch sei die deutsche Staatsverschuldung beträchtlich gestiegen. Andor deutete damit an, dass die Bundesrepublik wie schon im Zuge der Wiedervereinigung finanzielle Lasten auf sich nehmen müsse, um einem wirtschaftlich schwächeren Teil Europas zu helfen.

Andor war vor seinem Wechsel zur EU-Kommission Wirtschaftsberater der ungarischen Sozialisten sowie später Vorstand der Osteuropabank. Er bedauerte, dass die EU-Mitgliedstaaten keine Lehren aus der jüngsten Vergangenheit gezogen hätten. Die EU-Staaten würden sich durch die aktuelle Krise nur "durchwurschteln". Den Kurs der Europäischen Zentralbank (EZB) lobte er hingegen als "sehr innovativ". Dadurch habe die EU mehr Zeit bekommen, "um eine richtige, nachhaltige Lösung zu finden".

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