"Eurobonds kommen 2013 oder 2014, wenn Frankreich in die Krise rutscht"

"Eurobonds kommen 2013 oder 2014, wenn Frankreich in die Krise rutscht"

Der Chef des Euro-Rettungsfonds ESM, Klaus Regling, sieht Erfolge bei der Rettung der Krisenländer in der Währungsunion. "Die Probleme werden abgebaut", sagte Regling am Freitag in Berlin. Ein anderes Bild zeichnete beim Führungstreffen Wirtschaft der "Süddeutschen Zeitung" der Ökonom Hans-Werner Sinn.

Laut Regling steigen in den Problemländern die Exporte, die Lohnstückkosten und Leistungsbilanzdefizite gingen zurück. Es gehe schon jetzt in die richtige Richtung: "Die Strategie funktioniert, und wir kommen da raus", sagte Regling. "Es tut sich überall etwas in Südeuropa." Dies bedeute aber nicht, dass die Anpassung beendet sei. Irland wäre ohne den Rettungsschirm nicht mehr in der Eurozone, Griechenland sei ein Sonderfall. Ein Austritt der Problemländer aus der Währungsunion würde richtig teuer für die anderen Euro-Staaten und zu Verelendung auch in Griechenland führen.

Ökonom Hans-Werner Sinn sieht das anders. Der Chef des Münchner Ifo-Instituts bescheinigte lediglich Irland Fortschritte. Er habe nichts gegen Liquiditätshilfen an Krisenländer, sagte Sinn: "Ich befürchte aber in Wahrheit Konkursverschleppung." Das Hinausschieben der Lösungen verschlimmere die Probleme nur.

Sinn sprach sich unter anderem für Schuldenschnitte im großen Umfang für die Krisenländer aus. Bei Ländern, die nicht wettbewerbsfähig sind, müsse über einen Austritt aus der Eurozone nachgedacht werden. Aus Sicht des Ifo-Chefs werden gemeinsame Staatsanleihen der Euro-Länder, sogenannte Eurobonds, nächstes oder übernächstes Jahr kommen - "wenn Frankreich in die Krise rutscht".

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