Euro-Krisenländer: Keine Hoffnung auf Besserung

Euro-Krisenländer: Keine Hoffnung auf Besserung

Sowohl Italien als auch Spanien und Portugal rutschten im 60 Länder umfassenden Ranking der Schweizer Wirtschaftshochschule IMD weiter ab. "Das ist der Preis der Sparmaßnahmen", sagte IMD-Direktor Stephane Garelli zu der seit 1989 durchführten Studie.

"Sie beeinträchtigen das Wachstum, und ohne Wachstum ist keine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit möglich." Deutschland belegt wie schon im vorigen Jahr den neunten Platz. Von den großen Volkswirtschaft sind nur die USA besser, die dank des wiedererstarkten Finanzsektors den ersten Rang zurückerobern - vor der Schweiz und dem Vorjahressieger Hongkong.

Auch Schweden, Singapur, Norwegen, Kanada und die Vereinigten Arabischen Emirate liegen noch vor Deutschland. Die europäischen Krisenstaaten Italien (44.), Spanien (45.), Portugal (46.) und Griechenland (54.) finden sich trotz aller Reformanstrengungen nur auf hinteren Rängen wieder. Frankreich (28.) schafft lediglich einen Mittelfeldplatz.

Österreich rutscht gegenüber dem Vorjahr um zwei Plätze ab und rangiert knapp vor Japan auf dem 23. Rang.

Energie-Renaissance beflügelt die USA

"Deutschlands Erfolg beruht maßgeblich auf der exportorientierten Industrie, der breit aufgestellten Wirtschaft, starken kleinen und mittelständischen Unternehmen und Haushaltsdisziplin", hieß es in der Studie. 1997 hatte Europas größte Volkswirtschaft noch lediglich Rang 16 belegt. Als größter Pluspunkt gelten gut ausgebildete Fachkräfte. Das sehen 80 Prozent der Experten so. Eine zuverlässige Infrastruktur und eine verlässliche Politik werden ebenfalls gelobt. Für den Standort sprechen demnach auch das hohe Bildungsniveau, die "starke Kultur in Forschung und Entwicklung" und die effektive Justiz. Als größte Schwachstelle wird die Steuergebung genannt. Nur wenige Geschäftsleute bescheinigen der Regierung eine hohe Kompetenz, das Umfeld sei zudem nicht immer unternehmerfreundlich.

Die USA haben den Spitzenplatz auch wegen ihrer Energie-Renaissance zurückerobert, die sie dem umstrittenen Fracking-Methode zur Ölförderung verdankt. "2015 werden die USA mehr Gas als Russland fördern, 2020 mehr Öl als Saudi-Arabien", sagte IMD-Experte Garelli. "Das wird einen enormen Effekt auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen haben." Die Stromkosten dürften bald nur noch halb so hoch sein wie in Deutschland.

China holt auf

Die IMD stellt das Ranking unter dem Namen "World Competitiveness Yearbook" seit 1989 jährlich auf. Dazu werden etwa 4000 internationale Geschäftsleute befragt. Die Länder werden nach über 300 Kriterien bewertet. Von den größten Schwellenländern verbesserten sich China (21.) und Russland (42.), während Indien (40.), Brasilien (51.) und Südafrika (53.) an Boden verloren.

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