"Euro-Bonds sind eine Idee, Euro-Bills eine andere, Projekt-Bonds eine dritte"

"Euro-Bonds sind eine Idee, Euro-Bills eine andere, Projekt-Bonds eine dritte"

"Ohne mehr gemeinsame Haftung in der Euro-Zone geht es nicht", sagte IWF-Chefin Christine Lagarde der "Süddeutschen Zeitung". Dabei gebe es viele Wege, um auf europäischer Ebene eine fiskale Umverteilung des Risikos zu schaffen.

"Euro-Bonds sind eine Idee, kurzfristige Euro-Bills eine andere, Projekt-Bonds eine dritte."

Der interessanteste Weg scheine ihr der Schuldentilgungspakt des Rats der "Fünf Weisen" aus Deutschland zu sein, sagte Lagarde. Demnach würden jene Staatsschulden der Euro-Mitglieder, die über 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gehen, von allen garantiert. Das sollte man sich genauer anschauen. "Der Schuldentilgungspakt würde den Finanzmärkten ein klares Signal geben: Europa hat ein gemeinsames Projekt, und seine Mitglieder wollen es auch gemeinsam verfolgen."

Kein Endspiel

Lagarde verneinte die Frage, ob angesichts der Angst vor einer neuen Rezession das "Endspiel um die Währungsunion" begonnen habe. Es gebe zwar Spannungen an den Finanzmärkten und erhebliche Risiken für den Aufschwung. "Aber ich würde das nicht als Endspiel bezeichnen." Europa sei ein Vorhaben, an dem gearbeitet werde, und Beachtliches sei schon geschaffen worden.

"Die Haushaltskonsolidierung hat überall begonnen, genauso ist es mit den Strukturreformen, zum Beispiel in Italien oder Spanien. Auch auf der Ebene der Währungsunion ist viel geschehen. Das alles zeigt die Entschlossenheit der Politiker, an der Stärkung der Währungsunion zu arbeiten." Allerdings müsse im strukturellen Bereich mehr getan werden, etwa in der Bankenpolitik.

Warnschuss von Moody's

Für den Fall eines Ausscheidens Griechenlands aus der Eurozone und Finanzspritzen für spanische Banken hat die US-Ratingagentur Moody's vor einer Herabstufung der Staaten mit Bestnoten in der Währungsunion einschließlich Österreichs gewarnt. Sollte Griechenland den Euroraum verlassen, bedeute dies eine Bedrohung für die Zukunft der Währung, teilte Moody's am Freitag mit. In diesem Fall müsse die Kreditwürdigkeit aller Staaten neu bewertet werden. Dies betreffe auch Länder mit der Bestnote "AAA" wie etwa Österreich, erklärte die Agentur.

Mit Blick auf die Bankenkrise in Spanien teilte Moody's mit, dass ein Eingreifen der europäischen Partner mit Finanzhilfen eine weitere Herabstufung des Landes nach sich ziehen könne. Die Agentur begründete dies mit "steigenden Risiken für die Gläubiger des Landes". Mit "AAA" bewertet Moody's neben Österreich bisher die Euroländer Deutschland, Frankreich, Finnland, Luxemburg und die Niederlande. Spanien führt die Agentur unter "A3" mit einem negativen Ausblick, was bedeutet, dass weitere Herabstufungen drohen.

Wie Moody's am Freitag in New York mitteilte, ist die Bankenkrise in Spanien vor allem ein inländisches Problem, das voraussichtlich keine größeren Auswirkungen auf andere Euroländer mit Ausnahme von Italien haben werde. Moody's würde dann notwendigen Bewertungsanpassung unternehmen. Das Austritt Griechenlands aus dem Euro könnte jedoch eine Bedrohung für die Existenz des Euro darstellen. Dies könnte eine Abwertung der Bonität in anderen Ländern nach sich ziehen.

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