EU-Kommission fordert Klonverbot – Kein Bann für Nachkommen

EU-Kommission fordert Klonverbot – Kein Bann für Nachkommen

Nach dem Gesetzesentwurf, den der zuständige Gesundheitskommissar Tonio Borg am Mittwoch in Brüssel präsentierte, soll das Klonen von landwirtschaftlichen Nutztieren in der EU und der Import solcher Tiere in die Europäische Union verboten werden. Keine Regelung gibt es für die Nachkommen.

Auch das in den Verkehr bringen und die Vermarktung von Fleisch oder Milch, die aus geklonten Tieren gewonnen werden, soll demnach in der EU verboten werden. Kein Klon-Verbot gilt demnach für die Forschung, zur Erhaltung seltener Rassen oder gefährdeter Arten oder zur Herstellung von Arzneimitteln und Medizinprodukten. Borg sagte, der Vorschlag der EU-Kommission sollte ein "hohes Konsumentenschutzniveau" sicherstellen.

Der EU-Kommissar räumte ein, dass der vorliegende Entwurf keine Etikettierungsvorschriften für das Fleisch von Nachkommen von Klontieren enthält. Die EU-Kommission habe diese "sehr komplexen Optionen" wohl diskutiert und eine Machbarkeitsstudie zu diesen Fragen in Auftrag gegeben, sagte Borg. Dabei soll noch kein Ergebnis vorweggenommen werden. Die Nachkommen von Klontieren könnten bereits heute in die EU importiert werden, auch nach dem vorliegenden Gesetzesvorschlag wäre dies möglich. Wissenschaftlich wären solche Tiere nur schwer von anderen zu unterscheiden, auch wären die Nachkommen keine geklonten Tiere, sagte Borg.

Die Studie der EU-Kommission soll die Kosten einer Etikettierung, die Machbarkeit und die Auswirkung auf die Importe beleuchten, sagte der EU-Kommissar. Das EU-Parlament sei aber frei, solche Änderungen selbst einzufügen. Verhandlungen über die Thematik waren in der EU im März 2011 gescheitert. Damals wollte das Europaparlament auch Milch und Fleisch der Nachkommen bannen. Letztlich kam keine EU-Regelung zustande. Über den Vorschlag müssen die Gesundheitsminister der EU-Staaten und das Europaparlament entscheiden.

Als "Kniefall vor den Interessen US-amerikanischer Agrarkonzerne" kritisierten die Grünen im Europaparlament den Vorschlag Borgs. "Fleisch, Käse oder Milch aus späteren Generationen haben auf dem europäischen Markt genauso wenig verloren wie die Klontiere selbst", sagte der deutsche Grün-Abgeordnete Martin Häusling. "Dies zuzulassen hieße, letztlich die von Missbildungen und geringen Lebenserwartungen der Tiere der ersten Generation begleitete Klontechnik zu unterstützen." Der Verbraucher in Europa habe auch ein Recht darauf, zu erfahren, was man ihm vorsetzt. Die "beabsichtigte Unterwanderung des Lebensmittelmarktes mit Fleisch aus Klonlaboren widerspricht dem Verbraucherschutz, wie er in Europa etabliert ist".

Auch der europäische Konsumentenschutz-Dachverband BEUC kritisierte, die Verbraucher würden bei den Plänen der EU-Kommission "im Dunkeln gelassen". "Kein Bauer würde jemals Fleisch aus einem 100.000 Euro teuren Klon machen. Geklonte Tiere werden für Reproduktionszwecke verwendet, nicht um auf unseren Tellern zu landen", sagte BEUC-Direktorin Monique Goyens. "Wenn Europa die Schleusen für Fleisch von Nachkommen von Klontieren öffnet, wäre es das mindeste, den Konsumenten eine Wahlmöglichkeit durch Etikettierung zu lassen."

Österreich beteiligt sich an Allianz gegen Terrormiliz IS

Politik

Österreich beteiligt sich an Allianz gegen Terrormiliz IS

EU buttert 26 Milliarden in Verkehrs-Infrastruktur

International

EU buttert 26 Milliarden in Verkehrs-Infrastruktur

der polnische Finanzminister Mateusz Szczurek will 700 Milliarden für Investitionen in Europa. Alle 28 EU-Mitgliedsstaaten sollen einzahlen
 

International

Polen will 700-Milliarden-Investitionsfonds für Europa