EU-Hilfspaket für Zypern: "Das wird ein Massaker"

EU-Hilfspaket für Zypern: "Das wird ein Massaker"

Verwirrspiel rund um eine Einigung über das Hilspaket für Zypern. Während es von Seiten des Inselstaates hieß, dass eine Einigung über die Modalitäten kurz bevorstehe, wurde dies von den Vertretern der Troika dementiert. Gewerkschaftsvertreter kritisieren indes heftig das bevorstehende Sparpaket.

Das schwer unter der Schuldenkrise leidende Zypern muss weiter auf internationale Finanzhilfen warten. Die potenziellen Geldgeber dementierten am Freitag Angaben des Inselstaates, wonach eine Einigung über die Modalitäten des Milliardenpaktes unmittelbar bevorstehe. Die Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) erklärte in Brüssel, es habe zwar Fortschritte gegeben. Weitere Verhandlungen seien aber nötig.

Knackpunkt ist der Geldbedarf der angeschlagenen Banken. Zwar habe man sich bei den grundsätzlichen Bedingungen angenährt, sagte ein Eurozonen-Vertreter. "Eine endgültige Entscheidung auch über den gesamten Finanzbedarf kann es aber nur geben, wenn der Kapitalbedarf der Banken klarer ist." Eine Analyse zum Zustand der Banken wird bis zum 3. Dezember zum Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel erwartet. Die Geldhäuser in dem drittkleinsten Staat der Euro-Zone sind eng mit dem Krisenherd Griechenland verflochten - die Misere der Institute hatte letztlich den gesamten Staatshaushalt in Schieflage gebracht. Der Finanzbedarf der Banken war aber nicht das einzige Thema, bei dem die Verhandlungen Stocken gerieten. Auch Privatisierungen oder Rentenkürzungen sind umstritten.

GEWERKSCHAFTEN: "DAS WIRD EIN MASSAKER"

Scharfe Kritik übten bereits die Gewerkschaften, nachdem die Regierung in Nikosia sie über die mutmaßlichen Modalitäten informiert hatte. "Die Maßnahmen sind nicht gerecht, das wird ein Massaker", sagte Glafkos Hatzipetrou von Pasidy. Ein Regierungssprecher nannte keine Details, erklärte aber, es seien "unangenehme Maßnahmen" zu erwarten.

Auch ist noch offen, wieviel Geld die Retter zu Verfügung stellen wollen. In zyprischen Regierungskreisen war am Donnerstag von einem Hilfspaket im Volumen von 17,5 Milliarden Euro die Rede gewesen. Das entspräche nahezu der jährlichen Wirtschaftsleistung des Landes. Zypern wäre nach Griechenland, Irland und Portugal das vierte Land unter dem Euro-Rettungsschirm. Erst am Mittwoch hatte die Ratingagentur Fitch Zypern gleich um zwei Noten heruntergestuft.

Bild: 2004 feierten die Zyprioten den Beitritt zur EU.

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