EU-Förderbank: 700 Millionen für Griechenland

EU-Förderbank: 700 Millionen für Griechenland

Die Europäische Investitionsbank EIB wird noch heuer 700 Millionen Euro in griechische Projekte stecken, um dem Land Wachstumsimpulse zu geben. Auch kleine und mittlere Unternehmen sollen damit gefördert werden.

Die Europäische Investitionsbank (EIB) will noch in diesem Jahr Millionen in griechische Projekte stecken und damit dem Land mitten in seiner zähen Rezession Wachstumsimpulse geben. "Ich bin zuversichtlich, dass die EIB in Griechenland bis zum Jahresende noch etwa 700 Millionen Euro einsetzen kann, in ganz konkrete Projekte und zur Unterstützung kleinerer und mittlerer Unternehmen", sagte der Chef der EU-Förderbank, Werner Hoyer, in einem am Dienstag veröffentlichten Reuters-Interview. Das Euro-Land hat die Unterstützung im fünften Jahr mit einer schrumpfenden Wirtschaft aus seiner Sicht dringend nötig. "Der Fall Griechenland ist besonders schwierig, und ich glaube, die Ambitionen, die die europäische Politik dort hat, sind jetzt im Realitätstest", sagte Hoyer vor den Beratungen der Euro-Finanzminister über die Schließung zahlreicher Finanzierungslücken.

Trotz Milliarden-Hilfen braucht die Regierung in Athen noch mehr Zeit und Geld, um ihren öffentlichen Haushalt zu sanieren und den Schuldenberg auf ein erträgliches Niveau abzubauen. Im Gegenzug für die Hilfen hat Griechenland umfangreiche Einschnitte und Reformen der Verwaltung oder der Sozialversicherungen zugesagt, deren Wirkung aber noch auf sich warten lässt.

"Wir werden einen langen Atem brauchen", sagte Hoyer. Dies gelte allerdings nicht für Griechenland. "In vielen Ländern der Europäischen Union ist für kleinere und mittlere Betriebe ein echter Flaschenhals beim Zugang zu Krediten zu beobachten." Der 61-jährige FDP-Politiker erwartet nicht, dass das Vertrauen der Banken und Investoren zügig zurückkehrt. "Ich glaube, dass jeder jetzt begriffen hat, dass diese Krise dauern wird", sagte er. "Wir werden noch geraume Zeit Mühen auf uns nehmen müssen, und das setzt in den Staaten voraus, dass das, was man sich dort aufbürdet, auch durchhält." In Krisenländern wie Portugal und Irland zeige sich jedoch, dass Europa mit den Reformen eine grundsätzliche Stärkung seiner Position im weltweiten Wettbewerb um Arbeitsplätze und Investoren gelinge.

Nach einer Kapitalerhöhung über zehn Milliarden Euro soll die EIB ab Anfang kommenden Jahres noch mehr Spielraum haben, Investitionen in der EU und angrenzenden Ländern zu unterstützen - ganz besonders in Infrastrukturprojekte wie Straßenbau oder grenzübergreifende Stromnetze, für die eine Finanzierung auf dem Markt wegen der Krise schwierig geworden ist. Die dafür entwickelten Projektbonds sind inzwischen in der Testphase. Die EIB springt mittlerweile aber selbst dann ein, "wenn etwa ein Feinmechanikunternehmen, das ein Spezialprodukt für den Weltmarkt produziert, keinen Kredit seiner Hausbank erhält, um ein defektes Transportfahrzeug zu ersetzen, damit es seine Produkte zum Flughafen bringen kann".

Hoyer hat noch mehr solche Beispiele gesammelt, seit er im Januar die Führung der EIB übernommen hat und dafür aus dem Auswärtigen Amt in Berlin nach Luxemburg gewechselt ist. "Ich habe in Griechenland Unternehmen kennengelernt, kleine pfiffige, kreative Unternehmen, die mit Spezialprodukten auf den internationalen Märkten reüssieren", betonte er. "Wir müssen uns da auch von Vorurteilen lösen."

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