EU-Beitrittskandidat Albanien: Noch viele offene Fragen

EU-Beitrittskandidat Albanien: Noch viele offene Fragen

Österreich ist im Balkanland der drittgrößte Investor. Allerdings blieb auch Albanien nicht von der Krise verschont, im dritten Quartal 2013 schrumpfte die Wirtschaft sogar.

Albanien hat von der EU den Status als EU-Beitrittskandidat erhalten. Das wurde bei einem Treffen der EU-Außenminister am Dienstag in Luxemburg einstimmig entschieden. Erweiterungskommissar Stefan Füle wertete die Entscheidung über Twitter als Ermutigung zu weiteren Reformen.

Zuvor war bekannt geworden, dass der tschechische Energieversorger CEZ sich mit der albanischen Regierung auf eine Millionenentschädigung für verlorene Investitionen geeinigt hat. Die tschechische Regierung hatte wegen des Streits mit einem Veto für den EU-Kandidatenstatus des Landes gedroht.

"Bereit zu Reformen"

Österreich hatte sich klar für die Verleihung ausgesprochen. "Albanien hat bewiesen, dass es zu den notwendigen Reformen bereit ist", sagte Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) vor Beginn des Treffens. Der Kandidatenstatus bedeute nicht, dass schon mit Verhandlungen begonnen oder das Land bereits aufgenommen werde, sondern dass man bisherige Fortschritte anerkenne. Das rund drei Millionen Einwohner zählende Land ist bereits Mitglied der Vereinten Nationen, der NATO, der CEFTA, der Schwarzmeer-Wirtschaftskooperation, der Organisation für Islamische Zusammenarbeit, des Europarates, des Kooperationsrates für Südosteuropa und Teilnehmerstaat der OSZE. Knapp 60 Prozent der Bevölkerung ist muslimisch.

Kritik herrscht gegenüber dem Staat noch genug: So ist einem Bericht von Amnesty International aus dem Jahr 2013 zufolge familiäre Gewalt gegenüber Frauen noch weit verbreitet; der albanischen Polizei werden Folter und Misshandlungen vorgeworfen. Auch die Diskriminierung von Roma-Familien sei noch ein Problem, heißt es in einem Eintrag auf Wikipedia.

Investitionen aus Österreich

Nach Angaben der Wirtschaftskammer ist Österreich mit 490 Millionen Euro Direktinvestitionen der drittwichtigste Investor in Albanien.

Im Jahr 2009 stiegen die albanischen Importe nach Österreich um den Rekordwert von 496,6 Prozent auf 50,9 Millionen Euro. Seitdem fielen die Importe jedoch stetig auf 26,7 Millionen Euro im Jahr 2012 (-11,7 Prozent). Im Jahr 2013 fielen die Einfuhren sogar um 24 Prozent auf 20,3 Millionen Euro. Analog verhält es sich mit Österreichs Exporten in das Balkan-Land: Zwar sind sie, ausgehend von einem niedrigen Niveau, in den vergangenen Jahren stetig gestiegen - von 2012 auf 2013 brachen sie jedoch um 10,8 Prozent auf 49 Millionen Euro ein.

Krise macht sich bemerkbar

Denn auch Albanien wurde von der Wirtschaftskrise nicht verschont: In den Krisenjahren 2010 (2,3 Prozent), 2011 (2,5 Prozent), 2012 (1,6 Prozent) und 2013 (1,2 Prozent) gab es zwar ein Wachstum, dieses war aber nicht so stark wie in den Jahren zuvor. Im dritten Quartal 2013 kam es sogar zu einem Schrumpfen der Wirtschaft um deutliche 2,26 Prozent. Die Industrieproduktion verringerte sich um 4,6 Prozent, der Bausektor sogar um 10 Prozent.

Gemeinsam mit dem Kosovo und Polen ist Albanien allerdings eines der wenigen Länder Europas, das in den letzten Jahren fast durchgehend ein positives Wirtschaftswachstum zu verzeichnen hatte, heißt es auf der Website der Wirtschaftskammer Österreich.

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