Etihad prüft Beteiligung bei Alitalia

Etihad prüft Beteiligung bei Alitalia

Etihad denkt Insidern zufolge über den Einstieg bei der notleidenden Alitalia nach. Etihad nehme derzeit in einem Datenraum die Geschäftsbücher der italienischen Fluglinie unter die Lupe, sagten zwei mit der Situation vertraute Personen am Mittwoch.

Die Entscheidung bei der arabischen Fluglinie Etihad über eine Beteiligung an der italienischen Airline Alitalia soll noch vor Weihnachten fallen, sagte einer der Insider. "Etihad ist seit etwa zehn Tagen im Datenraum und will die Prüfung bis Ende dieser Woche abschließen." Etihad - die auch an Air Berlin beteiligt ist - und Alitalia lehnten eine Stellungnahme dazu bisher ab.

Alitalia befindet sich momentan in einer prekären Lage: Nach jahrelanger Misswirtschaft und immer neuen Finanzspritzen sitzt die einst stolze Gesellschaft auf einem Schuldenberg von mehr als 800 Millionen Euro und fliegt täglich Verluste von rund 700.000 Euro ein. Erst Anfang der Woche konnte mit Mühe und Not eine Kapitalerhöhung organisiert werden, die 300 Millionen Euro in die leeren Kassen spült. Alitalia bekommt damit eine Verschnaufpause von sechs Monaten, in denen ein starker Partner gefunden werden muss, der in die Flotte investiert und die Linie in die schwarzen Zahlen führt.

Genau hier kommt die rasant wachsende Etihad ins Spiel, die sich bereits bei einigen europäischen Airlines mit Minderheitsbeteiligungen eingekauft hat. Hilfreich ist, dass sich Etihad aus dem ölreichen Golfemirat Abu Dhabi und die Italiener gut kennen. "Die Verbindung zwischen Etihad und Alitalia geht weit über ein normales Code-Sharing hinaus, es ist eine enge Geschäftspartnerschaft", sagte einer der Insider und verwies darauf, dass die beiden Firmen gemeinsam Flüge zwischen Abu Dhabi und Italien durchführen. Etihad habe zudem durch die Beteiligungen an anderen Fluglinien in Europa unter Beweis gestellt, ein ernsthafter Investor zu sein, führte der Insider aus.

Die dem Herrscherhaus des Emirats gehörende Etihad nimmt vor allem schwächelnde Airlines unter ihre Fittiche: Größter Coup in Europa war der Einstieg bei der zweitgrößten deutschen Fluglinie Air Berlin. Daneben sind die Araber noch an Aer Lingus aus Irland, Air Serbia und dem Schweizer Regionalflieger Darwin Airline beteiligt. Die Partner sollen möglichst viele Passagiere an das Etihad-Drehkreuz nach Abu Dhabi transportieren. Durchregieren kann Etihad bei den Europäern aber nicht: Nicht-EU-Airlines dürfen laut Gesetz höchstens 49 Prozent an europäischen Fluglinien halten.

Ein anders Hindernis fällt aber weg. Der bislang größte Alitalia-Aktionär Air France-KLM zieht bei der Kapitalerhöhung nicht mit, da ihm die bisherigen Sparpläne nicht reichen. Der Anteil des französisch-niederländischen Duos sinkt damit voraussichtlich auf sieben von bislang 25 Prozent.

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