ESM-Chef Regling flippt aus: "Troika? Lieber ohne IWF"

ESM-Chef Regling flippt aus: "Troika? Lieber ohne IWF"

Der IWF mache mit seiner Kritik der Griechenland-Rettung den Stabilitätspakt lächerlich und erkläre sich selbst für die Schaffung von Wachstum zuständig, sagte Regling der "FAZ" (Freitagausgabe). "Damit baut er nicht nur einen falschen Gegensatz auf. Vor allem lässt er erkennen, dass er die Regeln unserer Währungsunion nicht versteht", fügte Regling hinzu.

Der Euroraum mit einer einheitlichen Geldpolitik und 17 nationalen Wirtschafts- und Fiskalpolitiken könne nur funktionieren, wenn die Regeln eingehalten werden. "Wenn der IWF das nicht versteht, ist das ein großes Problem", sagte Regling weiter. Der Währungsfonds hatte in der vergangenen Woche unter anderem kritisiert, dass sich die Kommission zu sehr auf die Konformität der Reformvorgaben mit den EU-Regeln konzentriere und die Auswirkungen auf das Wachstum zu wenig beachte.

Regling plädierte dafür, die Troika aus IWF, EZB und EU-Kommission auf lange Sicht abzuschaffen. Kurz- und mittelfristig solle der IWF an Bord bleiben, weil er die größte Erfahrung mit Hilfsprogrammen habe, sagte Regling. "Aber auf Dauer müssen die Euro-Staaten solche Programme selbst stemmen."

Barroso: Rettungspakete ohne IWF möglich

EU-Kommissionschef Jose Manuel Barroso hält es für denkbar, dass die Europäische Union künftige Rettungspakete für angeschlagene Mitgliedstaaten ohne den IWF organisiert. Dies sei "in der Zukunft, ich betone, in der Zukunft" möglich, sagte Barroso am Donnerstag portugiesischen Medien in Brüssel. Voraussetzung sei, dass die EU-Mitgliedstaaten diese Veränderung wünschten.

Auf die Frage eines Journalisten, ob es nötig sei, die sogenannte Troika aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und IWF zu überdenken, sagte Barroso: "Meiner Meinung nach ist es an der Zeit, die Zusammensetzung dieser Gruppe zu überdenken." Die "Ziele und Visionen" des IWF stimmten nicht mit denen der EU überein.

Die Troika überwacht die derzeit laufenden Hilfsprogramme für Griechenland, Irland, Zypern und Portugal. Barrosos Ansicht nach wäre es "kontraproduktiv", die Dreiergruppe zu verändern, während diese Programme noch laufen. "Aber in der Zukunft ist es möglich", sagte Barroso. Der Portugiese äußerte sich während eines Besuchs des portugiesischen Präsidenten Anibal Cavaco Silva in Brüssel.

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