"Es ist schwierig, zu sagen, wie viel Zeit wir haben"

"Es ist schwierig, zu sagen, wie viel Zeit wir haben"

Die Zusicherung der Europäischen Zentralbank (EZB), Staatsanleihen aufzukaufen, soll die Marktunruhe besänftigen.

Beim Treffen der Finanzminister auf Zypern wurde eine weitere Runde Reformen besprochen, um das Vertrauen in die wirtschaftliche Entwicklung Spaniens wieder herzustellen. Mit Blick auf Griechenland hieß es, dass das Schicksal des 240 Mrd. Euro schweren Rettungsprogramms für das Land wohl erst Ende Oktober - womöglich bei einem Krisentreffen der Regierungschefs - entschieden werden dürfte.

Die Zentralbank sieht die Dinge etwas anders. Zwar hatte sie ihre eigene Rhetorik zur Krisenbekämpfung verschärft, was dem Euro auf den höchsten Stand seit vier Monaten half. Gleichzeitig warnte die EZB jedoch davor, dass sie lediglich Zeit für die Regierungen gekauft habe - damit diese die Defizite reduzieren und Wachstumsmaßnahmen einleiten, um die Wirtschaft zu stabilisieren.

“Es ist sehr schwierig, zu sagen, wie viel Zeit wir haben”, sagte EZB-Chef Mario Draghi am Freitag nach dem Treffen der Euro-Minister in Nicosia, vor Journalisten. “Man muss die Märkte fragen. Um einfach so weiter zu machen, wie bisher, muss man schon sehr optimistisch sein.”

ESM mit Ende Oktober "voll einsatzbereit"

Die Finanzminister werden den permanenten Euro- Rettungsschirm ESM am 8. Oktober offiziell einführen, kündigte Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker, der das Treffen geleitet hatte, an. Noch vor Ende Oktober sollen die ersten beiden Einzahlungen erfolgen, wodurch der Rettungsfonds “voll einsatzbereit” werde.

Bis Ende dieses Monats will Spanien neue “Reformen vorstellen, um das Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit anzukurbeln”, sagte Wirtschaftsminister Luis de Guindos. Die Reformen basieren auf Empfehlungen, die im Juli formuliert worden waren. Dazu zählen eine mögliche Erhöhung des Rentenalters, eine Verlagerung von Lohnsteuern hin zu Verbrauchssteuern und eine Deregulierung bestimmter Berufsfelder.

Spanien, das bereits 100 Mrd. Euro zur Unterstützung seines Bankensystems in Anspruch genommen hat, will möglichst wenige Bedingungen für eine europäische Kreditlinie oder ein Kreditprogramm, das auch Anleihekäufe der EZB ermöglichen würde, um die Kreditkosten des Landes zu senken.

Auch bei Griechenland befinden sich die Finanzminister in einer Warteschleife. Der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras hat Probleme damit, seine Koalitionspartner von Ausgabenkürzungen über 11,5 Mrd. Euro zu überzeugen, die von den Gläubigern gefordert werden. Bis in diesem Punkt eine Einigung erzielt wurde, werden dem Land erst einmal keine weiteren Hilfstranchen überwiesen.

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