"Es herrscht die Furcht, finanziell zur Kasse gebeten zu werden"

"Es herrscht die Furcht, finanziell zur Kasse gebeten zu werden"

Aus Furcht vor finanziellen Belastungen durch die Schuldenkrise und aus Angst vor einer Entwertung ihres Geldes versuchen deutsche Verbraucher nach Ansicht von Konsumexperten zunehmend, ihr Erspartes in Sicherheit zu bringen.

"Das beginnt mit Immobilien über andere werthaltige Anschaffungen und reicht bis hin zum Gold", erläuterte Rolf Bürkl vom Nürnberger Marktforschungsunternehmen GfK in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Dabei seien die Rahmenbedingungen für eine positive Entwicklung der Einkommen - etwa im Hinblick auf die jüngsten Tariferhöhungen und die Beschäftigungsentwicklung - nach wie vor ganz gut.

"Es herrscht aber die Furcht, finanziell zur Kasse gebeten zu werden", erläuterte Bürkl. Angesichts von milliardenschweren Rettungsschirmen und unbegrenzten Anleihekäufen zur Bekämpfung der Schuldenkrise schwane den Bürgern: "Irgendjemand muss für diese Summen auch aufkommen." Höhere Abgaben oder Steuern etwa würden aber das zur Verfügung stehende Einkommen des Einzelnen verringern.

Kaufkraftverluste

Zudem komme derzeit noch ein weiterer Faktor zum Tragen, ergänzte Bürkl. "Es gibt die Furcht vor zunehmenden Kaufkraftverlusten." Erneute Höchststände an den Zapfsäulen kurbelten die Inflation an - "das betrifft das Portemonnaie direkt". Im Gegensatz zu früher jedoch führe eine hohe Teuerungsrate nicht dazu, dass die Menschen ihr Geld beieinander hielten - im Gegenteil: "Die Alternative zum Konsum, das Sparen, ist offenbar in den Augen der Verbraucher keine Alternative mehr."

Angesichts einer Inflationsrate von zuletzt 2,1 Prozent und historisch niedrigen Zinsen stelle sich für deutsche Sparer die Frage: "Nehme ich 0,5 Prozent Tagesgeld, oder renoviere ich meine Wohnung energetisch, oder kaufe ich mir eine Wohnung, oder kaufe ich mir Gold?" Vielen gehe es darum, ihre finanziellen Mittel vor einer Entwertung in Sicherheit zu bringen, betonte Bürkl.

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