Entführte Mädchen in Nigeria: Internationale Hilfe weitet sich aus

Entführte Mädchen in Nigeria: Internationale Hilfe weitet sich aus

Die internationale Unterstützung bei der Suche nach den von Terroristen entführten Mädchen in Nigeria weitet sich aus.

"Der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang versprach Präsident Goodluck Jonathan, dass sein Land den nigerianischen Behörden alle nützlichen Informationen, die es durch Satellitenaufnahmen und Geheimdienste erhält, zur Verfügung stellen wird", zitierte die Zeitung "Vanguard" den nigerianischen Regierungssprecher Reuben Abati.

Regierungschef Li befindet sich seit dem Wochenende auf einer Reise durch den Kontinent, die ihn noch nach Angola und Kenia führen wird. Am Mittwoch hatte er in Abuja an der Eröffnung des Weltwirtschaftsforums für Afrika teilgenommen. Medienberichten zufolge sagten auch Frankreichs Außenminister Laurent Fabius und der kanadische Premierminister Stephen Harper Hilfe bei der Suche zu.

US-Präsident Barack Obama forderte gestern ein international abgestimmtes Vorgehen. Notwendig sei eine "internationale Mobilisierung" gegen diese "Terrororganisation", so Obama. Laut Obama entsenden die USA Polizei- und Militärexperten nach Nigeria, um die verschleppten Mädchen zu finden.

Boko Haram hatte sich am Montag zu der Entführung von mehr als 200 Schülerinnen in Nigeria bekannt. Die Mädchen waren vor drei Wochen aus ihrer Schule im Nordosten des Landes verschleppt worden. Boko-Haram-Chef Abubakar Shekau kündigte in einem Video den "Verkauf", die "Versklavung" und die "Zwangsverheiratung" der Mädchen an. Am am Dienstag wurde bekannt, dass mutmaßliche Boko-Haram-Kämpfer im Nordosten Nigerias am Sonntag acht weitere Mädchen entführt haben.

Dieses Verbrechen sei "abscheulich", sagte Obama ABC. Aber dies könne "das Ereignis sein, das hilft, die gesamte internationale Gemeinschaft dazu zu bringen, etwas gegen diese entsetzliche Organisation zu tun". Der US-Senat verurteilte in einer Resolution das Vorgehen der Islamisten. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton sagte bei einem Besuch in Washington, das Schicksal der Mädchen habe "alle" entsetzt.

Die USA hätten nun bereits "ein Team nach Nigeria geschickt", sagte Obama. Es solle herausfinden, "wo diese Mädchen sein könnten, und ihnen Hilfe zu bringen". Die Gruppe bestehe aus Spezialisten von "Militär, Polizei und anderen Behörden". Auch Großbritannien sagte "praktische Hilfe" bei der Suche nach den Mädchen zu.

Hunderte Tote

Bei einem neuen Angriff auf ein Dorf im Nordosten Nigerias hat Boko Haram rund 300 Menschen getötet. Das berichtete die Zeitung "The Punch" (Onlineausgabe) am Mittwoch. Demnach ereignete sich der Vorfall in der Nacht auf Dienstag in Gamboru Ngala (Bundesstaat Borno), einer Stadt an der Grenze zu Kamerun. Die Zeitung "Daily Trust" meldete 200 Tote.

Bei ihrem Angriff schossen die Terroristen nach Augenzeugenangaben wahllos auf die Einwohner der Grenzstadt. "Die Leute zählen noch immer die Leichen", sagte der Lokalpolitiker Abdulrahman Terab. Unter den Opfern sollen auch 16 Polizisten sein. "Die Angreifer haben den größten Markt des Dorfes zerstört und Waren verbrannt, die für den Export gedacht waren", sagte ein Augenzeuge.

Wie nigerianische Medien zudem übereinstimmend berichteten, wurden elf weitere Mädchen im Alter zwischen 12 und 15 Jahren in den Dörfern Warabe und Wala nahe der Stadt Chibok entführt. Ein Einwohner sagte der Tageszeitung "Vanguard", dass die Angreifer auch Essen und Hausrat aus den Häusern stahlen, bevor sie in den Busch flohen.

Boko Haram kämpft seit fünf Jahren für einen islamistischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias und verübt regelmäßig Anschläge auf Polizei, Armee und Behörden, aber auch auf Schulen und Kirchen. Etwa 1.500 Menschen wurden bei Angriffen allein in diesem Jahr getötet.

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