Elbe-Hochwasser in Deutschland: Situation in Magdeburg eskaliert

Elbe-Hochwasser in Deutschland: Situation in Magdeburg eskaliert

Im besonders bedrohten Stadtteil Rothensee in Magdeburg gab es Zwangsevakuierungen. Die Elbe stieg auf den Rekordstand von 7,46 Metern – rund fünf Meter mehr als sonst. Der Krisenstab rechnet damit, dass die extremen Wassermassen noch mehrere Tage gegen die Deiche drücken.

Am Zusammenfluss von Elbe und Saale südlich von Magdeburg brach am Sonntag ein Damm. Riesige Landflächen wurden geflutet, um in den besonders bedrohten Städten Sachsen-Anhalts und Brandenburgs für Entlastung zu sorgen. Meteorologen sagten weitere Regenfälle voraus. In Sachsen kam es am Sonntag bereits zu heftigen Gewittern.

Für Unruhe sorgte eine Drohung der bislang unbekannten Gruppe "Germanophobe Flut-Brigade", auf durchgeweichte Deiche Anschläge zu verüben. Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht kündigte eine stärkere Überwachung aus der Luft und am Boden an.

Bundeskanzlerin Angela Merkel lobte die Hilfsbereitschaft der Bürger und versprach angesichts der Milliardenschäden direkte Unterstützung beim Wiederaufbau. Bundespräsident Joachim Gauck sagte bei einem Besuch in Halle, es sei "großartig", wie sich die Menschen gegenseitig hülfen. Zugleich appellierte er, kräftig zu spenden.

Rettungskräfte und Bürger wurden am Wochenende von rund 11.000 Soldaten beim Kampf gegen das Hochwasser unterstützt. Während die Betroffenen in Dresden, Halle, der Chemiestadt Bitterfeld und in Bayern etwas durchatmen konnten, kämpften sie in der Region Magdeburg und Wittenberge in Brandenburg mit Hochdruck weiter. Am Sonntag forderten die Behörden in Magdeburg die Einwohner der östlich der Elbe gelegenen Stadtteile auf, sich in Sicherheit zu bringen. 23.000 Bürger waren betroffen, in ganz Sachsen-Anhalt waren es mehr als 36.000.

Außerhalb der Landeshauptstadt mit ihren rund 230.000 Einwohnern kam es zu zwei größeren Deichbrüchen. Trotz der Bemühungen um eine Stabilisierung ergossen sich bei Groß Rosenburg im Mündungsgebiet der Saale die Wassermassen in eine Ebene, wie die Behörden mitteilten. Die Bundeswehr hatte noch versucht, das Bauwerk mit riesigen Sandsäcken abzusichern. "Das hat leider nicht funktioniert", sagte der Landrat des Salzlandkreises, Ulrich Gerstner. Zur Rettung von Anwohnern wurden auch Hubschrauber eingesetzt.

Zu Evakuierungen kam es auch im brandenburgischen Wittenberge. Dort wurden Anwohner aufgefordert, auch die Altstadt zu verlassen. Um Häuser zu schützen, waren Überflutungen unbewohnter Flächen geplant.

Deutschland wie auch Nachbarländer leiden seit mehr als einer Woche unter dem Hochwasser. Schwere Überschwemmungen hatte es auch in Bayern und Thüringen gegeben. Inzwischen kämpft Ungarn gegen die Wassermassen: Die Donau sollte am Sonntag in Budapest auf eine Rekordhöhe von 8,95 Meter anschwellen - deutlich mehr als bei der letzten Flut 2006, als es 8,60 Meter waren. "Die kommenden zwei Tage werden entscheidend sein", sagte Ministerpräsident Viktor Orban.

Fluthilfe wird endgültig zum Politikum

Unterdessen gibt es eine Diskussion über Hochwasserhilfen und den Bau von Anlagen wie Schutzwände. "Das Thema Fluthilfe wird am Donnerstag beim regulären Treffen der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Länder auf der Tagesordnung stehen", verlautete aus Regierungskreisen. Vor dem Hintergrund des Jahrhunderthochwassers forderten CDU-Politiker eine Beschleunigung der Verfahren zum Bau von Schutzvorrichtungen. "Wir brauchen deutlich kürzere Planungszeiten", sagte Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich der "Welt am Sonntag". Einsprüche müssten gesetzlich begrenzt werden. Kanzleramtsminister Ronald Pofalla kündigte an, noch in dieser Legislaturperiode Änderungen anzustreben.

Feststeht bereits, dass die Betroffenen Steuererleichterungen erhalten. Dazu gehört die Stundung fälliger Steuern und Erleichterungen bei Abschreibungen. Zudem sind Kredithilfen der staatlichen Förderbank KfW mit einem Volumen von 100 Millionen vorgesehen. Auch bietet die KfW Kredite mit einem Zinssatz von einem Prozent zur Beseitigung der Hochwasserschäden an.

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