Eine handvoll Bieter für BayernLB-Wohnungstochter GBW

Eine handvoll Bieter für BayernLB-Wohnungstochter GBW

"Wir haben sehr gute Wettbewerber, keinerlei Heuschrecken." Die Interessenten müssten nun "sehr bald" verbindliche Angebote für die rund 32.000 Wohnungen abgeben. Finanzkreisen zufolge sind die Offerten bis Ende nächster Woche fällig.

Die BayernLB will den Wohnungsverkauf, voraussichtlich der größte in diesem Jahr in Deutschland, bis Ende April vom Tisch haben - rechtzeitig vor der bayerischen Landtagswahl und dem Bundestagswahlkampf.

Zu den verbliebenen Interessenten zählen Finanzkreisen zufolge die Immobiliengesellschaft Patrizia, ein Bieterkonsortium um die bayerischen Kommunen München und Nürnberg sowie ein weiteres Konsortium, an dem die österreichische Conwert als Verwalter beteiligt ist. "Das GBW-Portfolio ist für uns ein interessantes Dienstleistungsportfolio", sagte Conwert-Verwaltungsratchef Johannes Meran am Donnerstag in Wien.

Die BayernLB muss die GBW auf Druck der EU-Kommission verkaufen, die dem Institut nach der staatlichen Rettung 2008 eine Schrumpfkur verordnet hat. In Finanzkreisen war zuletzt ein Preis von rund 2,5 Milliarden Euro für die GBW im Gespräch. Abzüglich der GBW-Verbindlickeiten von rund 1,5 Milliarden Euro und des GBW-Buchwerts in den BayernLB-Büchern würde der zweitgrößten deutschen Landesbank damit wohl ein dreistelliger Millionen-Gewinn bleiben, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen zu Reuters. Diesen Betrag könnte die BayernLB dann an den Freistaat weiterreichen, dem sie bis 2019 fünf Milliarden Euro an Staatshilfen zurückzahlen muss.

Saftige Strafen bei Verstoß gegen Sozialcharta

Bank-Chef Häusler wollte sich zu einem möglichen Verkaufspreis für die GBW nicht äußern, betonte jedoch, er gehe "mit Optimismus" in die Endphase des Verkaufsprozesses. Die verbliebenen Interessenten seien allesamt sehr seriöse Bieter, die an der GBW langfristig festhalten wollten. Zudem hätten sie sich im Rahmen einer Sozialcharta verpflichtet, umfangreiche Schutzklauseln in jedem einzelnen Mietvertrag festzuschreiben.

Die Schutzklauseln, auf die die bayerische Landesregierung gedrängt hatte, sehen Insidern zufolge unter anderem ein lebenslanges Wohnrecht für alte Mieter vor. Sollte ein Konzern die Wohnungen irgendwann weiterverkaufen wollen, habe der Mieter und anschließend auch noch die Kommune ein Vorkaufsrecht. Sollte ein Käufer gegen die Sozialcharta verstoßen, seien "saftige Konventionalstrafen" fällig, die sich auf einen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag belaufen könnten, sagte Häusler.

Noch deutlich länger wird der Verkauf der Luxemburger Tochter LBLux dauern, die sich schwerpunktmäßig um vermögende Privatkunden und Firmenkunden in den Benelux-Staaten kümmert. "Die Interessensbekundungen, die wir bekommen haben, geben Anlass zu Optimismus", sagte Häusler. Angeklopft hätten "strategische Investoren und Finanzinvestoren aus dem In- und Ausland, aus nahen und fernen Ländern".

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