Ein "neuer" Samaras will Griechenland retten

Ein "neuer" Samaras will Griechenland retten

Dazu hat der langgediente Chef der konservativen Neuen Demokratie alte Gewohnheiten samt Jackett abgelegt und sucht jetzt den direkten Kontakt mit den Wählern, damit diese am Sonntag bei der zweiten Parlamentswahl binnen Monatsfrist ihr Kreuz bei seiner Partei machen.

Die hemdsärmeligen Auftritte zeugen von persönlichem Mut in einem verarmten Land, in dem Eier- und Joghurtwürfe von Wutbürgern auf Politiker an der Tagesordnung sind. Dazu hämmert der 62-jährige Samaras den Griechen seine Botschaft in die Ohren, dass ihr Land in der Euro-Zone bleiben müsse: "Die Drachme führt direkt in den Tod."

Ob der Kurs- und Stilwechsel Samaras' der Partei in der verbleibenden kurzen Zeit den entscheidenden Durchbruch bringen wird, bleibt abzuwarten. Denn in Umfragen liefern sich die Neue Demokratie und die linksradikale Syriza-Partei des 37-jährigen Polit-Benjamins Alexis Tsipras ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Dabei geht es vor allem um den ersten Platz, für den es 50 Mandate extra gibt. Den hatte Samaras zwar auch im Mai gewonnen, doch reichte es vor allem deshalb nicht zur Regierungsbildung, weil er seine Wahlkampfmunition auf den falschen Gegner abgefeuert hatte: Die Sozialisten unter ihrem schwergewichtigen Parteichef Evangelos Venizelos.

Es war Venizelos, der als Finanzminister zwei milliardenschwere Rettungspakete für das hoch verschuldete Euro-Land ausgehandelt hatte. Dagegen hatte die Neue Demokratie opponiert und sich später nur widerwillig einer Regierung der nationalen Einheit angeschlossen. Samaras setzte derweil die Neuwahl im Mai durch und hoffte darauf, der sozialistischen Pasok eine Niederlage beizubringen. Die trat zwar ein, doch überraschend landeten die Radikal-Linken auf Platz zwei. "Er glaubte, gegen das Riesenmonster Venizelos zu kämpfen. Niemand sagte ihm, dass die größte Gefahr von Klein-Tsipras ausging", sagt ein Mitglied der Neuen Demokratie.

Daraus hat Samaras die Konsequenzen gezogen, so Politik-Experten. "Die Neue Demokratie hat eindeutig die bessere Wahlkampftaktik, und Samaras hört den Leuten mehr zu", lobt Fachmann John Loulis. Vor der Wahl im Mai war Samaras auf Umfragen hereingefallen, wonach seine Partei vor den Sozialisten lag. Doch die Erhebungen sind so unzuverlässig wie nie zuvor. Meinungsforschern zufolge sind die Griechen mittlerweile so wütend über die Sparpolitik, dass ihr Wahlverhalten nicht mehr vorhersagbar ist.

Für Samaras und seine Partei steht inzwischen aber fest, dass die Syriza der eigentliche Gegner ist. Deren Chef Tsipras hat seine Anti-Euro-Rhetorik wieder verschärft. Mit jeder aggressiven Äußerung steigen Demoskopen zufolge die Werte für den 37-jährigen Linken an. Die unter jungen Städtern verwurzelte Syriza wirbt jetzt bei älteren Menschen und auf dem Land um Stimmen. Im Gegensatz zum vorangegangenen Wahlkampf absolviert Tsipras jetzt mehr Termine außerhalb Athens. Der Zulauf von Wählern hat die Syriza überrascht, wie Funktionäre eingestehen: "Darauf waren wir, ehrlich gesagt, nicht vorbereitet."

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