Durchhänger bei den deutschen Exporten

Durchhänger bei den deutschen Exporten

In den ersten sechs Monaten verkauften die Unternehmen weniger ins Ausland, weil die Geschäfte mit den kriselnden Euro-Ländern und zuletzt auch in Übersee schlechter liefen. "Es gab im ersten Halbjahr einen Durchhänger", räumte der Präsident des Branchenverbandes BGA, Anton Börner, ein.

Da aber die Euro-Zone vor dem Ende ihrer Dauer-Rezession steht und China zuletzt wieder mehr importierte, könnte in der zweiten Jahreshälfte wieder ein Wachstum herausspringen.

Von Januar bis Juni schrumpften die Exporte um 0,6 Prozent auf 547,4 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Das magere Wachstum in Übersee von 1,0 Prozent konnte den Rückgang in der EU von 1,7 Prozent nicht wettmachen. "Die Gründe für die schwache Zwischenbilanz liegen insbesondere in der weiterhin schwachen Wirtschaftsleistung der südlichen Länder der Euro-Zone, inklusive Frankreich", sagte Börner. "Aus China und den übrigen Schwellenländern kamen nur wenig Impulse."

"Wir können es noch schaffen"

In der zweiten Jahreshälfte könnte sich genau das ändern. Chinas Importe erhöhten sich im Juli um satte 10,9 Prozent und damit mehr als fünf Mal so stark wie erwartet. Das weckt Hoffnungen auf eine stärkere Binnennachfrage der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, die für viele deutsche Unternehmen der größte Wachstumsmarkt ist.

Und auch in der Euro-Zone gibt es Fortschritte. Mit Italien und Spanien meldeten zuletzt zwei Krisenländer für das zweite Quartal nur noch einen leichten Rückgang der Wirtschaftsleistung. Der BGA rechnet deshalb damit, das angepeilte Wachstum von drei Prozent in diesem Jahr zu erreichen. "Wir glauben, dass wir es noch schaffen können", so Börner. "Insbesondere im vierten Quartal erwarten wir einen Exportschub."

Da die Importe aber schneller wachsen dürften, würde der Außenhandel das Wirtschaftswachstum unter dem Strich dämpfen. Das war bereits im zweiten Quartal so. Dennoch rechnen Ökonomen mit einem kräftigen Plus beim Bruttoinlandsprodukt. "Der dämpfende Einfluss des Außenhandels dürfte im zweiten Quartal mehr als kompensiert werden von der starken Produktion, dem robusten Konsum und der Frühjahrsbelebung am Bau", erklärte UniCredit-Ökonom Alexander Koch. "Wir rechnen mit einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 0,6 Prozent." Zu Jahresbeginn war nur ein Mini-Plus von 0,1 Prozent herausgesprungen.

"Das Schlimmste ist vorüber"

In China kletterten die Exporte im Juli um 5,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie die Zollverwaltung in Peking mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich ein Plus von drei Prozent vorausgesagt. Die Börsen in Asien reagierten mit steigenden Kursen, zumal zuvor bereits die Einkaufsmanager-Indizes eine Belebung von Industrie und Dienstleistern signalisiert hatten.

Ökonomen blieben aber vorsichtig. "Ich würde eher von einer Normalisierung sprechen als von einer Erholung", sagte Shen Jianguang von Mizuho Securities in Hongkong. "China kann eine Wachstumsrate von fünf Prozent im Handel schaffen, doch das offizielle Ziel von acht Prozent dürfte schwer zu schaffen sein." Auch die Analysten der Rating-Agentur Moody's äußerten sich zurückhaltend: "Das Schlimmste scheint vorüber zu sein, aber der Aufschwung dürfte kraftlos bleiben".

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