Dream Team für Russland: Wladimir Putin und Goldman Sachs

Dream Team für Russland: Wladimir Putin und Goldman Sachs

Die US-Bank Goldman Sachs hat einen dreijährigen Vertrag mit dem russischen Wirtschaftsministerium und dem Russian Direct Investment Fund abgeschlossen, wie Sergei Arsenyev, Managing Director Investmentbanking bei Goldman Sachs in Moskau berichtet.

“Der Kreis der Investoren, mit denen Russland spricht, ist eindeutig Schwellenländer-basiert. Und es ist für sie schwierig, einen breiteren Kreis von Investoren zu erreichen und eine weltweite Basis aufzubauen”, sagte Arsenyev, zuständig für die Kreml-Beziehungen, in einem Telefoninterview. “Wir glauben, dass die Bewertungen in Russland sehr attraktiv sind, und es gibt viele interessante Gelegenheiten für Investoren von staatlicher und privater Seite.”

Der russische Präsident Wladimir Putin hat im vergangenen Jahr die Regierung aufgefordert, Russlands Ansehen in der Weltbank-Bewertung Doing Business bis 2018 auf Platz 20 zu verbessern. In der jüngsten Studie vom Oktober stieg das Land um acht Positionen auf Rang 112 auf. Das ist zwar besser als bei den Schwellenländer-Konkurrenten Indien und Brasilien, aber Russland schneidet unter den großen Volkswirtschaften bei dem Thema Bestechung am schlechtesten ab, wie Transparency International im Dezember bei der Veröffentlichung des jährlichen Corruption Perceptions Index schrieb.

“Wir wissen nicht, wie wir mit den Anlegern kommunizieren sollen”, sagte der stellvertretende Wirtschaftsminister Sergei Belyakov gegenüber Journalisten in der vergangenen Woche.

Der weltgrößte Energieexporteur will in diesem Jahr die Rekordsumme von 10 Mrd. Dollar (7,4 Mrd. Euro) durch Privatisierungen einnehmen, sagte der Erste Stellvertretende Ministerpräsident Igor Shuvalov im vergangenen Monat in einem Interview mit Bloomberg Television. Zwar sei Korruption immer noch ein Thema, aber weniger für ausländische Investoren, die bereits in Russland engagiert sind, fügte er hinzu.

Privatisierungsprogramm

Goldman Sachs ist eine von 23 ausländischen und inländischen Banken, die Russland bei seinem eine Billion Rubel (24,6 Mrd. Euro) schweren Privatisierungsprogramm beraten. Im vergangenen Jahr betreute die US-Bank OAO Sberbank, das größte russische Kreditinstitut, bei einer Aktienemission im Volumen von 5,2 Mrd. Dollar.

Die Vereinbarung mit dem Kreml “ist mit einer Unternehmensbroker-Vereinbarung zu vergleichen, die jedes Mitglied im britische Aktienindex FTSE-100 hat”, sagte Arsenyev. “Damit soll sichergestellt werden, dass die Marktbotschaft herauskristallisiert wird. Unsere Arbeit ist strikt auf die Anlegerbasis begrenzt und wir sollen dafür sorgen, dass die Regierung die richtigen Leute trifft.”

Britische Unternehmen heuern Unternehmensbroker in der Regel als Bindeglied zu den Investoren und als Hilfe bei der Erfüllung der Aktienmarktvorschriften an. Die Mandate, die durch eine Nominalgebühr abgedeckt werden oder manchmal unbezahlt sind, können zu lukrativerem Geschäft wie beispielsweise der Konsortialführung bei Aktienemission und der Beratung bei Fusionen und Übernahmen führen.

Die Vereinbarung umfasst auch die Beratung von Russland bei seinen Bemühungen, Moskau zu einem internationalen Finanzzentrum auszubauen und mehr Kapital anzuziehen, erläutert Arsenyev. Moskau rangierte im September in dem von der Londoner Beratungsgesellschaft Z/Yen Group erstellten Global Financial Centers Index auf Platz 64.

Die Bewertungen an der Börse Moskau hinken denen der größten Schwellenländermärkte hinterher und russische Emittenten bringen lieber in London Aktien an die Börse. Unternehmen im russischen Benchmark-Index Micex kommen auf eine durchschnittliche Bewertung vom 5,9fachen des geschätzten Gewinns, verglichen mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 16,6 für den indischen BSE Sensex Index, einem KGV von 19,9 für den brasilianischen Bovespa und von 13,4 für den Shanghai Composite Index, zeigen Bloomberg-Daten.

Andrei Kostin, der Vorsitzende der VTB Group, der zweitgrößten russischen Bank, sagte am 15. November, das Land sei unterbewertet “wegen seines Images von Korruption und mangelnder Gesetzestreue.”

Achse mit Blackrock und Templeton

Goldman Sachs hatte bereits im Juni zusammen mit Blackrock und Templeton Asset Management aus Singapur eine Vereinbarung mit dem staatlichen russischen Private-Equity-Fonds unterzeichnet, in russische Unternehmen, die sich auf einen Börsengang vorbereiten, zu investieren. Der Fond wird von Kirill Dmitriev, einem früheren Goldman-Sachs-Banker, geführt.

In Moskau wird die US-Investmentbank von Paolo Zannoni geleitet, der im vergangenen Jahr die Führung von den Co-Chefs Chris Barter und Jean Raby übernahm. Barter verließ die Bank, um eine Private-Equity-Gesellschaft zu gründen, Raby kehrte zurück nach Frankreich.

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