Die erste Phase der Krise geht zu Ende

Die erste Phase der Krise geht zu Ende

Die Verbindlichkeiten von Italien sind in November auf 247 Mrd. Euro geschrumpft, nach 266,7 Mrd. Euro im Oktober. Das war der dritte Monat in Folge mit einem Abbau der Schulden - nachdem im August ein Allzeithoch mit 289,3 Mrd. Euro erreicht worden war.

Viele Volkswirte glauben an die “Drei-Mal-Regel” bei Daten, nach der drei Monate in Folge eine Trendumkehr bedeuten.

Die Target 2-Schulden von Griechenland haben sich ebenfalls stabilisiert, auch wenn sie noch nicht stark gefallen sind. Im Oktober lagen sie bei 108,4 Mrd. Euro - nach einem Allzeithoch von 109,3 Mrd. Euro im November vergangenen Jahres.

Auf der anderen Seite sind die Forderungen der Gläubiger- Länder gesunken. Im Fall von Deutschland fielen sie auf 715,1 Mrd. Euro im November, nach einem Allzeithoch von 751,4 Mrd. Euro im August. Noch niedriger waren die Forderungen allerdings im September mit 695,5 Mrd. Euro. Doch dahinter stehen womöglich die Urlaubsreisen der Deutschen im Sommer, als deren Geldbörsen an die Strände Südeuropas wanderten.

Irische Erfolgsstory

Die sinkenden Ungleichgewichte im Target 2-System spiegeln auch die nachlassenden Nöte der Peripherie-Länder mit Blick auf externe Finanzierungen wider. Irland ist hier die bislang wohl größte Erfolgsgeschichte. Das Land wies für das zweite Quartal des laufenden Jahres einen Leistungsbilanzüberschuss von 3,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) aus. Im dritten Quartal 2008 hatte es noch ein Defizit von 6,7 Prozent gegeben.

Schwaches Wirtschaftswachstum ist nun wahrscheinlich die größte Bedrohung für die Zukunft der Eurozone. Die Volkswirte des Eurosystems reduzierten ihre Prognose im Mittel für 2012 und 2013 auf minus 0,5 Prozent und auf minus 0,3 Prozent - nach zuvor minus 0,1 Prozent und plus 1 Prozent. Für 2014 gehen sie nun von einem Plus von 1,2 Prozent aus.

Die Ökonomen erwarten weiterhin eine Inflation unterhalb des Ziels der Europäischen Zentralbank. Im Mittel liegt die Prognose für 2013 bei 1,6 Prozent, nach zuvor 1,9 Prozent. Die Prognose für das Jahr danach beträgt 1,2 Prozent.

Horrende Arbeitslosenzahlen

Das gedämpfte Wirtschaftswachstum wird die Arbeitslosenzahl in Europa wohl auf erhöhtem Niveau verharren lassen. Schon jetzt liegt die Quote bei 26,2 Prozent in Spanien, 16,3 Prozent in Portugal, 11,1 Prozent in Italien, 26 Prozent in Griechenland und 14,7 Prozent in Irland.

Die niedrigen Wachstums- und Teuerungsraten machen die hohen Verschuldungsstände der Staaten wohl anfällig für Schocks. Sie werfen zudem die Frage der Nachhaltigkeit auf. Und sie dürften Proteste der Arbeitslosen befeuern. Soziale Unruhen könnten die Sorge um eine Insolvenz in Staaten verstärken, in denen die Wähler die Einsparungen zunehmend ablehnen, welche für Haushaltsüberschüsse notwendig sind.

Lösung für Griechenland und Wahlen in Deutschland

Die nächste Phase der Krise - die Reduzierung der Staatsschulden - wird Investoren über die nächsten sechs Monate hinweg wahrscheinlich weniger verängstigen als die erste Phase in den vergangenen sechs Monaten. Doch diese eher mittel- und langfristigen Themen werden wohl wieder in das Bewusstsein der Investoren rücken, sobald es darum geht, eine nachhaltige Lösung für Griechenland zu finden - nach den Wahlen in Deutschland im kommenden Jahr, oder sogar schon davor.

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