Die Orthodoxe Kirche will Zypern retten

Die Orthodoxe Kirche will Zypern retten

"Das gesamte Eigentum der Kirche steht zur Disposition für das Land, um einen Zusammenbruch der Wirtschaft zu verhindern", sagte der zypriotische Erzbischof Chrysostomos II. am Mittwoch nach einem Treffen mit Präsident Nikos Anastasiades. Die Kirche biete an, eine Hypothek auf ihre Besitztümer aufzunehmen, um damit den Kauf von Staatsanleihen zu ermöglichen.

Konkrete Zahlen wollte der Erzbischof nicht nennen. Die Orthodoxe Kirche ist der größte Eigentümer von Grundbesitz auf der Insel und hält zudem Anteile an zahlreichen Unternehmen. Die Aktiva werden auf mehrere zehn Millionen Euro geschätzt. Das Nein des Parlaments zum EU-Rettungspaket sei eine "starke Botschaft, dass man uns nicht zum Narren halten kann", betonte der Erzbischof.

Das Parlament in Zypern hatte am Dienstagabend das europäische Hilfspaket zur Vermeidung eines Staatsbankrotts abgelehnt. Damit entfällt die Voraussetzung für die Zusage der Eurogruppe vom Wochenende, Zypern mit einem Kredit von bis zu 10 Milliarden Euro zu unterstützen. Bedingung dafür war, dass das Land 5,8 Mrd. Euro einnimmt.

Zypern bemüht sich unterdessen um Unterstützung aus Russland. Finanzminister Michalis Sarris hielt sich am Mittwoch zu Gesprächen in Moskau auf und sprach nach einem Treffen mit seinem russischen Kollegen Anton Siluanow von einer "guten, ehrlichen und offenen Diskussion". Zypern hofft auf eine Verlängerung eines russischen Kredits über 2,5 Mrd. Euro. Die Gespräche sollten im Tagesverlauf weitergehen.

Ein konkretes Angebot vom russischen Energiekonzern Gazprom liege bisher nicht vor, sagte Sarris. Örtliche Medien hatten zuvor spekuliert, Gazprom könnte möglicherweise Zyperns Banken mit Geld versorgen und im Gegenzug Anteile an zypriotischen Offshore-Energiefeldern verlangen.

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