"Die Option Euro-Ausstieg muss zwingend ins Auge gefasst werden"

"Die Option Euro-Ausstieg muss zwingend ins Auge gefasst werden"

"Die Möglichkeit eines Ausstiegs aus dem Euro aus der politischen Diskussion zu verdrängen, weil man Europa nicht infrage stellen will, wäre unverantwortliche Schönfärberei", zitierte das Hamburger Wochenblatt "Zeit" am Mittwoch aus der Untersuchung, die demnach von dem Ökonomen Heiner Flassbeck erstellt wurde.

Die Studie solle am Freitag in Berlin vorgestellt werden. Mit jedem Tag, an dem an der bisherigen Rettungsstrategie festgehalten werde, schwinden laut Flassbeck "die Chancen für eine erfolgreiche Wende. Folglich müssen auch andere Optionen ins Auge gefasst werden." Das sei "zwingend in einer Situation, in der in den besonders betroffenen Ländern die Kosten der Anpassung politisch kaum noch zu bewältigen sind und die Demokratie ernsthaft bedrohen", zitierte die "Zeit" aus der Studie des ehemaligen Chefökonomen der UN-Handelsorganisation UNCTAD.

Um die Krise zu beenden, bräuchten die Defizitländer eine Abwertung ihrer Währungen "in der Größenordnung von 25 bis 40 Prozent", so Flassbeck weiter. Um Kapitalflucht und einen Ansturm auf die Banken zu verhindern, müssten zudem "strikte Kapitalverkehrskontrollen eingeführt werden". Deutschland würde in einem solchen Ausstiegsszenario "ohne Zweifel hart getroffen", fügte er hinzu. "Die Währungsunion barg enorme Chancen. Doch die wurden nicht genutzt", schrieb Flassbeck dem Bericht zufolge weiter. "Viele Währungskrisen der Vergangenheit endeten in massiven Konflikten, Rebellion und Chaos."

Flassbeck war von Oktober 1998 bis April 1999 unter dem damaligen deutschen SPD-Finanzminister Oskar Lafontaine Staatssekretär im deutschen Finanzministerium. Lafontaine, der sich danach der Linken angeschlossen hatte, hatte kürzlich den Euro für gescheitert erklärt und die Wiedereinführung des früheren europäischen Währungssystems gefordert.

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