Die Folgen der Wirtschaftskrise: Millionen Italiener leben in Armut

Die Folgen der Wirtschaftskrise: Millionen Italiener leben in Armut

Die Wirtschaftskrise und die hohe Arbeitslosigkeit stürzen Millionen Italiener in die Armut. Jeder Fünfte kann es sich nicht leisten, die Wohnung ausreichend zu heizen, Fleisch ist für 17 Prozent ein Luxusgut, mehr als die Hälfte kann nicht einmal eine Woche im Jahr in Urlaub fahren, wie die nationale Statistikbehörde ISTAT in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie mitteilte. Insgesamt lebten 2012 8,6 Millionen Italiener unter der Armutsgrenze - das sind mit 14 Prozent der Bevölkerung doppelt so viele wie vor zwei Jahren.

Die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone steckt seit Mitte 2011 in der Rezession. Die neue Koalitionsregierung von Enrico Letta will die Wirtschaft wieder in Schwung bringen und Arbeitsplätze für junge Menschen schaffen. Derzeit liegt die Jugendarbeitslosigkeit in Italien bei fast 40 Prozent und damit so hoch wie in kaum einem anderen Land der Euro-Zone.

Um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, greifen immer mehr Italiener auf ihre Ersparnisse zurück. Die Kaufkraft der Verbraucher fiel ISTAT zufolge im vergangenen Jahr um 4,8 Prozent, vor allem wegen der kräftigen Steuererhöhungen. Die traditionell hohe Sparquote in Italien ist zuletzt deutlich zurückgegangen und liegt inzwischen unter den Werten für Frankreich oder Deutschland.

Einer im vergangenen Monat veröffentlichten EZB-Studie zufolge ist das durchschnittliche Vermögen in Italien zwar gut dreimal so hoch wie in Deutschland. Der wichtigste Grund dafür ist aber, dass die Italiener deutlich häufiger ein Eigenheim besitzen, während in Deutschland mehr als die Hälfte der Bevölkerung zur Miete wohnt. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte die Studie daher als verzerrend bezeichnet, weil sie etwa Rentenansprüche nicht berücksichtige.

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